Jacht-Versicherer Pantaesius rechnet mit 100 Totalverlusten

Beschädigte Schiffe liegen im Hafen nach einer Sturmflut auf einem Anleger. (Bildquelle: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt)

Anders als Hochwasser oder Starkregen ist Sturmflut nicht immer Teil der erweiterten Elementarschadendeckung. Daher erwarten Versicherer keine großen Versicherungsschäden an der Ostsee. Anders sieht es in der Bootskaskoversicherung aus. Der auf diesem Gebiet spezialisierte Versicherer Pantaesius spricht von einer „apokalyptischen Lage“.

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, seien die Häfen Damp (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Maasholm (Kreis Schleswig-Flensburg) und Kiel-Schilksee hauptsächlich betroffen. Auch in Heiligenhafen (Kreis Ostholstein), Wendtorf (Kreis Plön), der Flensburger Förde und an kleineren Standorten gebe es Schäden. Der Spezialversicherer Pantaesius nach eigenen Angaben bei Segeljachten im Norden einen Marktanteil von 30 bis 50 Prozent.

Dabei geht Vertriebsleiter Dirk Hilcken laut Bericht davon aus, dass die Preise für Reparaturarbeiten infolge der Sturmflut kräftig steigen würden. Allein in Kiel seien nach Angaben der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel mehr als 35 Boote im Olympiahafen Schilksee gesunken, viele weitere seien beschädigt. In einer Mitteilung der Stadt war sogar von einem „Schiffsfriedhof“ die Rede.

Allein das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein beziffert die Schäden durch die Sturmflut auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Ähnlich dürfte die Bilanz auch im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern ausfallen. Wie viel davon am Ende die Assekuranz tragen wird, kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Wie hoch fallen die Versicherungsschäden aus?

Die aktuarielle Beratungsgesellschaft teilte auf Anfrage von VWheute mit, dass man keine „Schadenschätzung zu dem Sturmflut-Geschehen an der Ostsee veröffentlichen“ werde. Dabei ist der Dienst stets immer einer der ersten, die eine Schätzung nach fast jedem Sturm in Deutschland veröffentlichen. Der in dieser Region dominierende Versicherer, die Provinzial, ist noch mit der Schadenprognose beschäftigt. Die Bootsversicherer hingegen geraten in Panik. Pantaesius etwa rechnet mit etwa 100 Totalverlusten. Insgesamt seien etwa 400 Boote beschädigt worden. „Die Lage ist für uns fast apokalyptisch“, betont Vertriebsleiter Dirk Hilcken.

Autor: VW-Redaktion

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