Wenn Autodiebe VWheute lesen

BMW X5

BMW X5, Quelle: Bild von F. Muhammad auf Pixabay

Autoknacker haben in Paderborn erneut unter Nutzung der Keyless-Technik-Schwachstellen ein Auto gestohlen. Haben die Diebe etwa kürzlich den Bericht auf VWheute gelesen, dass schlüssellose Zugangssysteme laut ADAC leicht zu knacken sind? Ärgerlich ist die Tatsache, dass längst Technik existiert, die solche Diebstähle verhindern könnte und damit Versicherer und Kunde geschützt werden könnten.

Vermutlich haben die Diebe es nicht nötig gehabt, sich auf VWheute zum Thema Keyless-Go weiterzubilden. Dass es sich dabei um ein System handelt, um ein Fahrzeug ohne aktive Benutzung eines Autoschlüssels zu entriegeln und per Knopfdruck zu starten, wissen diese Profis ebenso genau wie sie die Sicherheitslücken kennen.

Die Bande treibe „bereits seit Monaten ihr Unwesen im Bereich des Heilbronner Polizeipräsidiums“, wie Stimme.de meldet. Der Unglückliche Ex-BMW X5-Besitzer ist nur das neuste Opfer. Die Polizei geht von einem „Keyless-Diebstahl “ aus, also – schlüssellos und mit spezieller Scan-Technik. Solche Diebstähle würden sich laut Zeitung in der Region „immer wieder ereignen“. Das Ziel seien meist hochwertige Audis.

Besonders ärgerlich für die Betroffenen ist der Umstand, dass die Probleme bei den Keyless-Systemen keineswegs neu sind. Der ADAC und sein österreichisches Gegenstück haben kürzlich schlüssellose Zugangssysteme getestet. Das Ergebnis war beängstigend, 273 Autos mit Keyless-Go waren im Test, nur vier Modelle ließen sich nicht knacken.

Lücke schon mindestens drei Jahre bekannt

Das ist auch kein neues Phänomen, wie ein Mitarbeiter des Allianz Zentrum für Technik (AZT) kürzlich erklärte: „Der ADAC Test adressiert ein bei den Herstellern schon länger bekanntes Problem konventioneller Schlüssel, sogenannter passiver Schlüssel, landläufig als Keyless Go bezeichnet.  Das AZT habe bereits im Jahre 2016 einen Demonstrator gebaut und die Risiken in Fachkreisen dargelegt.

Hoffentlich liest der Geschädigte nicht folgenden Satz des Allianz-Profis, sein Blutdruck könnte die Skala sprengen. Die Lücke müsse „für neue Fahrzeuge rasch geschlossen werden, entsprechende Technologien sind verfügbar“.

Der Geschädigte hofft, dass ihm die Versicherung den Neu- nicht lediglich den Zeitwert erstattet. Wäre die vorhandene Sicherheitstechnik eingesetzt worden, wäre das weder eine Frage für ihn noch für den Versicherer.