„Kautionsversicherer haben uns ausgelacht“

Eric Trump ist das dritte Kind des 45. US-Präsidenten Donald Trump und seiner ersten Ehefrau Ivana Trump. (Bildquelle: Gage Skidmore/flickr/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)

Die Zahlungsfrist läuft heute ab. Sollte Donald Trump die insgesamt 464 Mio. US-Dollar Kaution bis dahin nicht vorlegen, droht ihm die Beschlagnahmung seiner Vermögenswerte. Auch eine Bürgschaft konnte er bislang nicht auftreiben. Sein Sohn Eric Trump erzählte, warum alle Kreditgeber bislang die Finger davon lassen.

Mitte Februar verurteilte ein New Yorker Gericht Trump wegen systematischer Manipulation des Wertes seiner Firmen zu einer Geldstrafe von rund 355 Mio. Dollar. Trump will in Berufung gehen, aber dafür muss er erstmal zahlen oder eben eine Bürgschaft hinterlegen. Inklusive bereits anfallender Zinsen sind das 464 Mio. Dollar. Trump hatte vor nicht allzu langer Zeit unter Eid in einer nicht-öffentlichen Vernehmung ausgesagt, er verfüge über liquide Mittel in Höhe von über 400 Mio. Dollar. Das bezweifeln Experten.

Laut Medienberichten ist Trump dabei, einige Hotels zu verkaufen, um die Summe aufzubringen. Ebenso wird spekuliert, dass Elon Musk oder die Saudis aushelfen können. Schafft es Trump nicht, die Bürgschaft bis zum 25. März auf einem Treuhandkonto nachweisen, wird die zuständige Staatsanwältin Letitia James damit beginnen, Trumps Konten und Besitztümer zu konfiszieren und zu Geld zu machen.

Bei einem anderen Prozess hat ihm der Versicherer Chubb mit einer Bürgschaft in Höhe von 91,6 Mio. Dollar ausgeholfen, was auf viel Kritik stoß, VWheute berichtete. Doch im aktuellen Fall müsste man Donald Trump eine halbe Mrd. Dollar anvertrauen. Eine Bürgschaft zu finden, gestaltete sich schwierig, wie sein Sohn Eric Trump kürzlich in einem Interview verriet. „Sie lachten. Die leitenden Angestellten der größten Kautionsversicherer hatten noch nie etwas in dieser Größenordnung gesehen.“

Trump, zwei seiner erwachsenen Kinder und andere Führungskräfte der Trump Organization hatten sich bisher über vier verschiedene Makler erfolglos an die 30 Unternehmen für eine Bürgschaft gewandt, so seine Anwälte, die mit der Argumentation versuchten die Frist zu verlängern.

Gary Giulietti, ein leitender Angestellter des Versicherungsmaklers Lockton Companies, den Trump mit der Beschaffung einer Kaution beauftragt hatte, schrieb in der Gerichtsakte, dass eine Kaution in Höhe von 464 Millionen Dollar unter den gegebenen Umständen nicht möglich sei. Giulietti sagte, dass viele Kautionsversicherer keine Anleihen über 100 Millionen Dollar ausstellen würden und nur Bargeld oder Wertpapiere – und keine Immobilien – als Sicherheiten akzeptieren würden. „Die Durchsetzung einer unmöglichen Bürgschaftsanforderung als Bedingung für die Berufung würde den Beklagten offensichtlich irreparablen Schaden zufügen“, schrieben Trumps Anwälte.

Autor: VW-Redaktion

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