„Versicherer müssen sich künftig vermehrt die Frage stellen, welche Risiken sie noch versichern wollen“

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, die Verbraucher bringen die Versicherer damit aber nicht in Verbindung. Bild von Jeon Sang-O auf Pixabay

Nachhaltige Investitionen gehören auch in der Versicherungsbranche zunehmend zum guten Ton. „Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Thema geworden. Die Versicherungen nehmen die Gefahren, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden, ernst. Viele haben deshalb längst damit begonnen, ihre Geschäftspolitik anzupassen“, konstatiert Gunthard Niederbäumer, Klimatologe und Bereichsleiter Nichtleben und Rückversicherung beim Schweizer Versicherungsverband SVV.

Demnach müssten sich die Versicherer „sich künftig vermehrt die Frage stellen, welche Risiken sie noch versichern wollen. Einzelne Versicherer nehmen schon heute keine Unternehmen mehr in ihr Portfolio, die die Mehrheit ihres Umsatzes mit Kohle erwirtschaften. Der Ausstieg aus Industrierisiken, die das Klima stark schädigen, darf kein Tabu mehr sein. Das ist einerseits eigennützig, anderseits zeigt diese Haltung, dass die Versicherungsbranche volkswirtschaftliche Verantwortung übernimmt.“

Zudem hätten viele Versicherer bereits „damit begonnen, ihre Portefeuilles klimaverträglicher zu gestalten. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft. Die Suche nach den passenden Anlagen ist jedoch nicht immer ganz einfach“, erläutert Niederbäumer in einem verbandseigenen Interview.

Dabei könnten die Versicherer beispielsweise als Immobilienbesitzer „einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Dies zum Beispiel, indem sie ihre Gebäude rechtzeitig energetisch sanieren und auf klimafreundliche Heizungen umstellen.“

Autor: VW-Redaktion

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