Neuer Tiefstand bei Poolanbindungen
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Unabhängige Versicherungsvermittler in Deutschland setzen in ihrer täglichen Arbeit auf immer weniger, dafür aber leistungsstärkere Maklerpools und Verbünde. Wie das aktuelle 18. Vermittlerbarometer des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung zeigt, ist die durchschnittliche Anzahl der Poolanbindungen pro Vermittler auf 1,88 gesunken – der niedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2019. Zudem hat die Studie untersucht, welche Kriterien den Vermittlern bei der Auswahl eines Poolpartners besonders wichtig sind.
Die Zahl der Kooperationen nimmt seit Jahren stetig ab: Während ein Vermittler im Jahr 2019 im Schnitt noch mit 2,3 Pools zusammenarbeitete, sank dieser Wert über 2,2 und 2,0 auf nunmehr 1,88. Die Erhebung, für die zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 insgesamt 1.001 Vermittlerinnen und Vermittler befragt wurden, belegt eine deutliche Marktkonzentration. Inzwischen arbeiten gut 71 Prozent der Befragten mit lediglich einem oder zwei Partnern:
- Ein Pool: 36,2 Prozent nutzen eine einzige Anbindung und bilden damit die größte Einzelgruppe.
- Zwei Pools: 35,0 Prozent greifen auf zwei Partner zurück.
- Drei oder mehr Pools: Der Anteil derer, die mit drei oder mehr Anbindungen arbeiten, fiel innerhalb eines Jahres von 27,6 auf 22,1 Prozent.
Auch künftig hält die Branche an diesem Kurs fest: 82 Prozent der Befragten planen, die Zahl ihrer Poolanbindungen unverändert zu lassen. Wo Anpassungen vorgesehen sind, überwiegt der Wunsch nach weiterer Reduktion (10 Prozent) gegenüber einer Aufstockung (5 Prozent).
Keine Einbußen bei der Marktbreite
Der AfW bewertet diesen Trend keineswegs als Rückzug, sondern als effiziente Fokussierung. Bereits eine einzige Anbindung an einen leistungsfähigen Pool bietet Vermittlern den Zugriff auf den gesamten Produktmarkt. Gleichzeitig entfällt der administrative Aufwand, der durch parallele Direktanbindungen mit mehreren Abrechnungen, Stornoreservekonten und Verwaltungsprozessen entsteht.
„Es zahlt sich aus, sich zu fokussieren. Mit mehr Anbindungen wächst die Gefahr, sich zu verzetteln und Synergieeffekte zu verschenken“, erklärt Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW. Ein oder zwei starke Partner böten die volle Marktbreite und nähmen den Vermittlern zugleich einen Großteil der Verwaltung ab.
Bei der Auswahl des passenden Maklerpools stehen Qualität, IT-Infrastruktur und Dienstleistungen klar im Vordergrund – die reine Provisionshöhe verliert hingegen an Bedeutung:
- Produktportfolio: Für 86,8 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig (57,9 Prozent vergeben die Bestnote).
- Werkzeuge und Tools: 85,3 Prozent.
- Service und Beratung: 82,8 Prozent.
- Digitalisierung: 80,9 Prozent.
Die Provisionshöhe rangiert erst an sechster Stelle von acht Kriterien. Mit 63,0 Prozent verzeichnete sie im Vergleich zum Vorjahr (70,4 Prozent) den stärksten Wichtigkeitsverlust aller abgefragten Aspekte. Am wenigsten Gewicht hat die reine Unternehmensgröße des Pools (42,8 Prozent). In Freitextantworten hoben die Befragten stattdessen persönliche Ansprechpartner und eine vertrauensvolle Atmosphäre hervor.
„Nicht die Größe, sondern die Servicequalität – so allumfassend wie möglich – ist das entscheidende Kriterium“, betont Wirth. Dass die Provision weit hinten rangiert, zeigt, dass Vermittler einen Partner suchen, der sie bei Beratung, Abwicklung und Regulierung dauerhaft entlastet.
Wie tief Maklerpools in den Arbeitsalltag unabhängiger Vermittler integriert sind, unterstreicht deren Nutzung als Dienstleister: 80,6 Prozent nutzen Bildungsangebote der Pools, 79,7 Prozent Softwarelösungen, 68,5 Prozent Produktschulungen und 50,8 Prozent rechtliche Unterstützung. Zudem wickeln die befragten Vermittlerinnen und Vermittler im Schnitt rund 60 Prozent ihres gesamten Geschäftsvolumens über Maklerpools und Verbünde ab.
Autor: VW-Redaktion
