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Wie hoch ist das Stornorisiko bei steigenden Zinsen?

19.08.2015 – Zinsen_Andreas Hermsdorf_pixelioDie Deutsche Bundesbank beschäftigt sich in einem aktuellen Diskussionspapier unter dem Titel “Lethal lapses – how a positive interest rate shock might stress German life insurers” mit der Frage, ab welchem Zinsniveau eine Stornierung von Versicherungsverträgen für Versicherte rational nachvollziehbar wäre und welches Risiko sich daraus für Versicherer ergibt.

So zwingen die Anforderungen in §169 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) an Rückkaufswerte die deutschen Versicherer immer dann, wenn sie einem Kunden als Primärgarantie eine garantierte Ablaufleistung zusagen, als Sekundärgarantie auch garantierte Rückkaufswerte zuzusagen. “Diese sind nicht nur dem Grunde nach, sondern auch der Höhe nach als Eurobetrag festzulegen” schreibt Jochen Ruß vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften in Ulm.

Zudem fallen bei steigenden Zinsen die Marktwerte der festverzinslichen Wertpapiere im Bestand der Versicherer. Allerdings bleiben die garantierten Rückkaufswerte jedoch unverändert. Die Konsequenz: In der Regel ist es nicht möglich, beide Garantien gleichzeitig komplett abzusichern. “Je besser die Primärgarantie durch die Kapitalanlagestrategie des Versicherers (gegen sinkende Zinsen) abgesichert ist, desto schlechter ist die Sekundärgarantie (gegen steigende Zinsen) abgesichert und umgekehrt”, so die Einschätzung des Experten.

Damit weist die Deutsche Bundesbank auf ein regulatorisch induziertes Risiko hin. Dieses resultiert daraus, dass Kunden nach einem starken Zinsanstieg durch Storno Vorteile erlangen können und Versicherer dadurch Verluste erleiden. (vwh/td)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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