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Vorläufige Deckungszusage mit ambivalenter Wirkung

07.08.2014 – Vertrag_lfpilz_sxcVorläufige Deckungszusagen, die im angelsächsischen Raum als „Binder“ bekannt sind, können für Vermittler und Makler das entscheidende Argument sein, sich in Sachen Kundenservice abzuheben. Doch der Wettbewerbsvorteil kann große Risiken bergen. Im Schadenfall kann der Versicherer Regressforderungen stellen.

Veränderte Firmeninfrastruktur, auslaufende Policen oder Wechsel des Versicherers, können außer- oder vorvertragliche Regelungen sinnvoll erscheinen lassen. Versicherer autorisieren Vermittler mitunter, im angelsächsischen Raum „Binder“ genannte Vorverträge auszuhandeln.

Meist genügt für eine vorläufige Deckungszusage laut Newsportal PropertyCasualty360° die Nennung des Vertragsgegenstandes, der Dauer, der Ratenhöhe und die Versicherungssumme. Nur bei klarer Unterscheidung der Rolle von Makler, Vermittler und Produktgeber könne eine derartige Regelung aber rechtssicher Bestand haben. Vermittler repräsentieren in der Regel ihren Versicherer und können durch ihre Zusagen auch den Versicherer entsprechend binden. Eine Generalvertretung könne dies gemäß der zum Geschäftszweck geschlossenen Vertretungs-Vereinbarung.

Anders sieht es beim Makler aus: Da dieser von Hause aus als Vertreter des Versicherten gilt, sind seine Handlungen und Zusagen zunächst nicht bindend für den Versicherer. Entsprechend gilt hier der Augenmerk gerade bei möglichen Schadenfällen auf Regressgefahren.

Bei bloß mündlich getroffenen Vereinbarungen steigt die ohnehin bestehende Gefahr von Disputen mit dem Versicherer, auch für Vermittler. Auch wenn der Versicherte einen bestehenden Schaden in die Deckung nehmen will, droht die Regresszahlung. Eine provisorische Lösung muss in jedem Fall durch eine Police ersetzt werden, weil die Regelung stets zeitlich begrenzt sein sollte. (vwh)

Link: Theorie und Praxis der vorläufigen Deckungszusage (Direktlink zum Buch von Roland Henzler, erschienen im Verlag Versicherungswirtschaft)

Foto: Eine vorläufige Deckungszusage sollte schriftlich fixiert sein. (Quelle: lfpilz/ sxc)

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