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VHV zahlt für Ausfälle bei schlechtem Wetter

12.01.2015 – Winter_Andreas Koeckeritz_pixelioDer Einfallsreichtum der Versicherer kennt keine Grenzen: So hat die VHV Versicherungen (Hannover) eine sogenannte „Parametrische Wetterrisikoversicherung“ eingeführt. Etliche Branchen, wie die Gastronomie oder das Baugewerbe, so die VHV, seien stark witterungsabhängig. Gegen diese wetterbedingten Umsatzeinbußen können sich Unternehmer absichern.

Kommt durch Schnee oder Regen die Arbeit eines Betriebs zum Erliegen, entstehen Kosten, wie Vertragsstrafen, Lohnfortzahlungen, Belastungen durch Stillstandszeiten und für beschleunigende Maßnahmen, um die Arbeit wieder aufzuholen. Für die Versicherungsleistung wurden Parameter festgelegt, die zur Auszahlung führen, wenn sie eintreten.

Grundlage sind dabei alle Messdaten, die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) regelmäßig erhoben werden. Der Versicherungsfall tritt ein, wenn innerhalb eines festgelegten Zeitraumes diese Parameter über- oder unterschritten werden. Gemessen werden die Werte vom DWD an allen Wetterstationen im Bundesgebiet. So ist jederzeit transparent und nachvollziehbar, welches Wetter vor Ort herrschte. Ist der Versicherungsfall eingetreten, kommt es automatisch zur Auszahlung, es muss kein Schadenfall nachgewiesen werden.

Jeder Vertrag kann individuell auf die Branche und das jeweilige Unternehmen ausgerichtet werden. Dazu muss der Unternehmer vorher seine finanziellen Verluste bei den entsprechenden Wetterszenarien abschätzen und so die Versicherungssumme der Absicherung festlegen. Kann der Betrieb z.B. einige Frost- oder Regentage selbst verkraften, wird dies als Selbstbehalt berücksichtigt und mindert die Prämienzahlung.

Auch die Höhe der Auszahlung pro Tag und die Auszahlungsobergrenze bestimmen die Prämienhöhe. Ein Beispiel: Ein Winterdienst hat mit seinen Kunden Pauschalverträge geschlossen. Bei einem langen Winter mit vielen Einsätzen geht die Kalkulation des Geschäftsführers nicht auf, da er zusätzliche Kosten für den Betrieb seiner Fahrzeugflotte zu tragen hat. Diese wetterbedingten Mehrkosten sind abgesichert. Der Selbstbehalt wurde auf zehn Schneetage festgelegt.

Für jeden Schneetag darüber erhält der Betrieb eine Auszahlung von 15.000 Euro bis zur vereinbarten Höchstauszahlung von 105.000. Euro. Auch zahlreiche andere Branchen können versichert werden: Energieversorger gegen milde Winter, Windparkanlagen gegen Windflaute, die Tourismusbranche und Gastronomiebetriebe gegen andauernde Regenfälle. (wo)

Bildquelle: Andreas Köckeritz/ pixelio

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