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Martin Gräfer: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck”

21.08.2014 – GraeferMartin Gräfer, Vorstand Vertrieb und Service der Bayerischen Versicherungsgruppe, warnt davor, Digitalisierung nur dazu zu verwenden, Prozesse billiger zu machen. Die Branche, die noch ganz am Anfang der Entwicklung stehe, sollte hier Potenziale auch für den Vetrieb ausarbeiten, die den Bedarf von Kunden und Verkäufern ansprechen, sagte er im Interview mit VWheute.

VWheute: Was erwarten Sie von politischer Programmatik zur Digitalen Agenda? Was muss und was kann die Politik an Vorarbeit leisten?

Martin Gräfer: Es ist gut, dass die Bundesregierung dem Thema nun Priorität einräumt. Es braucht verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen mit ihren Investitionen den Ausbau der Digitalisierung vorantreiben. Allerdings reicht es nicht, abstrakt über dieses Thema zu sprechen. Es braucht ganz konkrete Vorstellungen und Ideen. Eine für das gesamte Bundesgebiet verfügbare und für jeden freie WLAN-Versorgung wäre für die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft ein mehr als sinnvolles Ziel.

Wo sehen Sie die Prioritäten für die Wettbewerbsfähigkeit der Versicherungsunternehmen?

Digitalisierung ist kein Selbstzweck und auch nicht geeignet, damit lediglich Kostensenkungspotenziale zu verbinden. Es kommt darauf an, die Wege zwischen Kunden, Verkäufern und Anbietern zu verkürzen und so eine verbraucherorientierte Plattform für persönliche Kommunikation, Informationsaustausch und sichere sowie einfache Interaktion zu schaffen.

Kurz und knapp: Wo steht die Branche aktuell?

Die Branche und auch mein Haus stehen hier wirklich noch ganz am Anfang. Wenngleich wir gerade in den vergangenen Monaten wirklich spannende neue Impulse am Markt sehen, beispielsweise mit InSign, der digitalen und rechtssicheren Unterschrift, oder der einfachen Online-Risikoprüfung für den Verkäufer, die die Bayerische vor nun rund zwei Jahren eingeführt hat. Meine Sorge ist, dass hier die Impulse aber im Wesentlichen von der Kostenseite getrieben sind und weniger aus Kunden- oder Verkäufersicht kommen. Digital soll eben Prozesse nicht nur „billiger” machen, sondern den Bedarf von Kunden und Beratern ansprechen und genau darauf ausgerichtet sein. Ich jedenfalls freue mich hier über ein Feld, auf dem noch viel Raum für Kreativität besteht.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Foto: Martin Gräfer, Vorstand Vertrieb und Service der Versicherungsgruppe die Bayerische (Quelle: Bayerische).

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