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Vertrieb zwischen Unterstellung und Überforderung

02.10.2015 – vpv_volkmann_150In Zeiten regulatorischer Veränderungen und finanzpolitischer Implikationen, Stichwort Niedrigzins, präsentiert sich der Versicherungsvertrieb zwischen “Unterstellungen und Überforderungen”, so der Vertriebsvorstand der Vereinigten Postversicherungen (VPV), Lars Georg Volkmann, auf dem 10. Tag der Versicherungswirtschaft in Ulm. Wie die Branche ganz allgemein und die VPV konkret auf die Herausforderungen reagieren skizziert Volkmann im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Insgesamt vier Dimensionen des gesellschaftlichen Wandels hat VPV-Vertriebsvorstand Lars Georg Volkmann identifiziert, dabei verknüpft der Manager seine Erkenntnisse mit konkreten Forderungen an die Politik: “Erstens die Niedrigzinsphase, die besonders die Lebensversicherer beschäftigt, zweitens die Digitalisierung, die, ich möchte nicht sagen den Vertrieb revolutioniert, aber den Vertrieb weiter entwickelt und deshalb zwingend aufgenommen werden muss, dann haben wir viertens die demografische Entwicklung, auf Kunden wie auch auf Vermittler- und damit auch die Nachwuchsseiten innerhalb der Versicherungsgesellschaften selbst, und schließlich die Politik und die Regulierung auf die wir entsprechend reagieren müssen.”

Auf die Frage, was mit dem Schlagwort “Unterstellung” gemeint ist, antwortet der Manager: “Mit Unterstellung meine ich den Generalverdacht, dem unsere Branche ausgesetzt ist, das grundsätzlich alles schlecht gesehen wird und die positive Dienstleistung die die Versicherungswirtschaft insgesamt erbringt und ihre Bedeutung für die Volkswirtschaft, die doch deutlich zu wenig gewürdigt wird aus meiner Sicht”.

Zwar versuche die Branche gegen zusteuern, wie z.B. über den GDV, doch nur “bad news are good news” und die ließen sich eben besser verkaufen, so Volkmann weiter. Auch wenn sich die Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterscheiden, so setzt die VPV hier aber voll und ganz auf den Vermittler als Menschen, denn: “Wir versuchen den Vermittler als Mensch in Gänze weiterzuentwickeln um ihm Hilfestellungen zu geben in seinem Beruf um seiner Berufung möglichst qualifiziert nachzukommen.”

Der Blick in die Zukunft und die Antwort auf die Frage, wie der Vertrieb in fünf Jahren aussehen wird, antwortet Volkmann: “Ich glaube, wir sehen sowohl auf Versicherer- wie auch auf Vermittlerseite einen Rückgang, also sowohl bei den Gesellschaften wie auch bei der Zahl der Vermittler, und ich würde mir wünschen, dass wir in fünf Jahren bei einem Bild in der Bevölkerung sind, dass der Versicherungsvermittler, der dann noch aktiv unterwegs ist, das der noch entsprechende Wertschätzung erlebt in der Ausübung seines Berufes.

An die Politik richtet Lars Georg Volkmann zum Abschluss die Forderung, die volkswirtschaftliche Bedeutung der Vorsorge stärker in den Blick zu nehmen: “Wir wissen, dass auf die sozialen Sicherungssysteme in den nächsten 30 bis 40 Jahren ein immenser Druck kommen wird, eben durch die demografische Entwicklung, und insofern ist es notwendig, dass die private Versicherungswirtschaft dort ergänzend unterwegs ist und das geht, nach meiner Sicht, nur über den personalisierten Versicherungsvertrieb”. (vwh/ak)

Bild: Lars Georg Volkmann, Vertriebsvorstand der VPV Versicherungen Stuttgart. (Quelle: ak)

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