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Verstoß gegen das Geldwäschegesetz wird teuer

08.12.2015 – juergen_eversGeldwäscheprävention in der Versicherungsvermittlung gerät zunehmend in den Fokus der Ordnungs- und Strafverfolgungsbehörden. Über die vielfältigen Pflichten der Vermittler informiert heute die IHK Köln. Denn auch Versicherungsvermittler sind nach dem geltenden Geldwäschegesetz verpflichtet, präventive Maßnahmen zu ergreifen, betont Rechtsanwalt Jürgen Evers gegenüber VWheute.

“Versicherungsmakler und echte Mehrfachagenten, die Lebens- oder Unfallversicherungen mit Prämienrückgewehr oder Kapitalanlagen vermitteln, stehen als ‘Verpflichtete’ im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 5 des Geldwäschegesetzes (GwG) in der Verantwortung. Sie haben die Vorschriften des GwG zu beachten und Verstößen wirksam entgegenzutreten. Auch echte Mehrfachagenten, also solche, die nicht im Namen und unter der Haftung eines Versicherers tätig sind, müssen eigene Sicherungsmaßnahmen treffen.

Dazu zählt die Aufzeichnung und Archivierung der Identifizierungsdaten des Kunden, die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, die Einholung von Informationen zu Zweck und Art der Geschäftsbeziehungen und eine fortlaufende Überwachung. Im Verdachtsfall ist unverzüglich eine Verdachtsanzeige an die Zentralstelle des Bundeskriminalamtes Referat SO 32, in 65173 Wiesbaden oder des Landeskriminalamt des jeweiligen Bundeslands zu erstatten.

Vermittler sollten auch besonderes Augenmerk auf die Schulung ihrer Mitarbeiter legen, so dass auch diese typische Fälle und aktuelle Methoden der Geldwäsche erkennen. Für Betriebsinhaber empfiehlt es sich, genau zu dokumentieren, welche Mitarbeiter wann mit welchem Inhalt geschult worden sind. Die Überwachungspflicht zwingt insbesondere Vertriebsgesellschaften zur Einrichtung entsprechender Geschäftsprozesse und Abläufe, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Verstöße gegen das GwG können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 bzw. 100.000 Euro geahndet werden.

Die Aufsichtsbehörden der Länger haben bereits Prüfungen der Geldwäscheprävention in den Vermittlerbetrieben angekündigt. Deshalb sollten insbesondere Mehrfachagenten nicht auf Handlungsanweisungen von Versicherern warten, sondern selbst Maßnahmen frühzeitig einleiten und eine ordnungsgemäße Dokumentation anfertigen. Frühzeitig bedeutet, dass dies nicht erst beim Abschluss eines Versicherungsvertrages, sondern bereits im Vorfeld bei der Beratung erfolgen sollte.”

Jeder Versicherer und jeder betroffene Vermittler muss individuell entscheiden, wie er dem Problem der Geldwäsche begegnet und den gesetzlichen Verpflichtungen nachkommt. Die Ergo Insurance, die belgische Tochter der Ergo Versicherungsgruppe hat sich für eine vollautomatisierte Lösung entschieden” (siehe DOSSIER).

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