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Versicherungsmakler: IMD 2 verursacht hohe Fortbildungskosten

03.02.2014 – willis_Mathias-Pahl_neuDie höheren Anforderungen an Fort- und Weiterbildung entwickeln sich für Makler zu einem großen Kostenblock. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Versicherungsmaklers Willis Deutschland, Mathias Pahl.  Auf einer Veranstaltung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft unter dem Titel „Aktuelle Rechtsfragen zum Vermittlerrecht einschließlich IMD 2″ kommentierte er die Ergebnisse einer Beispielrechnung.

Dabei stützte sich Willis auf die Weiterbildungsinitiative „gut beraten”, die von der Versicherungswirtschaft am 1. Juli vergangenen Jahres ins Leben gerufen wurde. Die Branche ergriff diese Maßnahme, um die Beratungskompetenz der Vermittler zu erhöhen. Am 22. Januar dieses Jahres hat der Econ-Ausschuss des europäischen Parlaments in einem Bericht zu IMD 2 dargelegt, dass sich Vermittler innerhalb von fünf Jahren über 200 Stunden weiterbilden müssen. In diese Richtung weist bereits die Weiterbildungsinitiative der Versicherungswirtschaft.

Dabei vergibt die Branche an einen Vermittler ein Zertifikat, wenn dieser innerhalb von fünf Jahren 200 Weiterbildungspunkte über den Besuch von externen und internen Bildungsmaßnahmen sammelt. Ein Punkt entspricht einer Lerneinheit von 45 Minuten. Für 200 Mitarbeiter beispielsweise, die 12,5 externe Schulungstage in diesem Zeitraum belegen und damit 100 Weiterbildungspunkte sammeln, ergibt sich bei einer Schulungsteilnahme, die mit 350 Euro kalkuliert ist, für das Maklerunternehmen ein Aufwand von 875.000 Euro. Ob die Lerneinheit bei IMD 2 mit 45 oder 60 Minuten angesetzt werde, sei unklar. Im letztere Fall hätte das „gleich 25 Prozent Mehrkosten” zur Folge.

Mathias Pahl, Vorstandschef von Willis Deutschland, begrüßt gleichwohl die Initiative für „mehr Beratungskompetenz”. Die insgesamt mit der Regulierung verbundenen steigenden Kosten würden an die Kunden weitergeben und somit zu höheren Prämien beziehungsweise Honoraren führen. Die Anforderungen an eine erhöhte Transparenz, die auch die Offenlegung der Provisionen umfasst, werde „besonders kleinere Makler treffen, die auf Diskussionen mit Kunden darüber nicht vorbereitet sind”. Vor dem Hintergrund der weithin zulässigen Provisionen müsse für das „Provisionsabgabeverbot Rechtssicherheit geschaffen werden”. In diesem Zusammenhang appellierte Dirk Weske, Referatsleiter im Fachbereich Recht und Compliance der Allianz Deutschland AG, klar für die Beibehaltung der Provisionen. Beim Honorarsystem entscheide der Kunde nur noch, wo er den höchsten Rabatt erzielt. Beim Erwerb einer Lebensversicherung sei das „sozialpolitisch höchste bedenklich”. (ki)

Foto: Mathias Pahl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Willis GmbH & Co. KG (Quelle: Willis)

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