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Versicherungsgeschäft bleibt letztlich regional

20.05.2014 – Schellack„Wir haben immer noch Sorge, dass unsere Dienstleistung im entfernten Brüssel nicht richtig eingeordnet wird“, stellt Julie Schellack, Partnerin der Makler-Gruppe Martens & Prahl, mit Blick auf die kurz bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament fest. „Dass Makler auf der Seite ihrer Kunden stehen und welche Bedeutung dies hat, gehört auch bei vielen Verbraucherschützern noch nicht zum Allgemeinwissen.“

Über das, was sich Versicherungsmakler von Brüssel und Berlin wünschen hat Schellack klare Vorstellungen. „Mehr Fingerspitzengefühl seitens der Politik ist unser größter Wunsch“, formuliert Schellack diplomatisch. Für den Kunden sei die Beratung durch einen Makler immens wichtig, um ein ausgewogenes Kräfteverhältnis und vor allem das notwendige Fachwissen bei den Gesprächen mit Versicherern zu gewährleisten. „Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass unser heutiges System der qualifizierten Kundenbetreuung und -beratung nicht mit pauschalen Rundumschlägen – wie einem allgemeinen Courtageverbot – dem Erdboden gleich gemacht wird.“ Schellacks Befürchtung: Am Ende wird im Namen des Verbraucherschutzes das Gegenteil von dem erreicht, was als Ziel postuliert wurde.

So wie viele Bundesbürger einheitliche EU-weite Regelungen, wie die einstmals normierte Krümmung von Salatgurken, fragwürdig fanden, warnt auch Schellack vor Übertreibungen bei der länderübergreifenden Entwicklung von Standards: „Vielleicht ist es an der Zeit, wieder stärker regional zu denken und entsprechende Gesetze zu verabschieden, die auf die Besonderheiten unterschiedlicher Versicherungsmärkte Rücksicht nehmen.“

Trotz weltweiter Lieferketten und der Internationalisierung von Unternehmen bleibe das Versicherungsgeschäft letztlich regional. Spätestens im Schadenfall weiß jeder Kunde zu schätzen, wenn sein Betreuer vor Ort ist und seine Sprache spricht. Weshalb sonst haben fast alle bedeutenden ausländischen Maklerfirmen hierzulande Niederlassungen? „Gerade die in Deutschland ansässigen Industriemakler bieten (fast) alle eine Dienstleistungsqualität auf höchstem Niveau. Vorteile der lokalen Muttergesellschaften bzw. auf Deutschland fokussierten Maklerhäuser und Familienunternehmen sind aus unserer Sicht die höhere Flexibilität im Interesse des Kunden und die deutlich kürzeren Wege zu Entscheidern bzw. Inhabern“, beschreibt Julie Schellack die Situation.

„Kurze Wege“ bleiben auch in Zeiten des Internets eine wesentliches Argument, ist Schellack überzeugt: „Auch in Zukunft wird die persönliche Betreuung gebraucht – gerade bei existenziellen Fragen. Versicherungen zählen dazu, wenn es um die Absicherung existenzbedrohender Risiken geht.“ Ihrer Meinung nach werden sich Kunden weiter verstärkt im Internet informieren und dort einfache Produkte abschließen. Dadurch seien qualifizierte Makler aber nicht gefährdet, da sie einen Mehrwert bieten könnten. Dieser Trend könnte letztlich sogar die Brüsseler Bürokratie stoppen: Verbraucher schützen sich mittels Internetinformationen selbst und weniger fachkundige Vermittler scheiden aus. (ebu)

Foto: Julie Schellack von Martens & Prahl blickt skeptisch auf europäische Regulierungsbemühungen. (Quelle: Martens & Prahl)

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