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Versicherern droht “Widerrufsjoker”

08.09.2016 – Joker by_Hans-Joachim Schuengeler_pixelio.deNach den Banken scheint nun auch den Lebensversicherern ein “Widerrufsjoker” zu drohen. So, befürchtet Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens, ermögliche es eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) den Kunden, ihre Lebens- und Rentenversicherungen aus den Jahren 1994 bis 2007 unter bestimmten Umständen zu widerrufen (Az. IV ZR 76/11).

“Ein Widerspruch führt zu einer Rückabwicklung, was bedeutet, dass die Versicherungsnehmer die eingezahlten Beiträge zurückerhalten”, erläutert Ahrens. Demnach dürfte dann in den meisten Fällen deutlich mehr für Verbraucher herauskommen, als bei einer Vertragskündigung, ergänzt der Jurist. Auch eine Beleihung oder der Verkauf liege dabei oftmals unter dem Ertrag, der mit einem Widerspruch und der Rückabwicklung erlangt werden könne.

Hinzu komme der Umstand, dass Kunden, die zwischen Ende Juli 1994 und Ende Dezember 2007 eine Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, zum Vertragsabschluss oftmals nicht alle Unterlagen vollständig ausgehändigt wurde. Dies sei erst dann geschehen, als der Versicherungsschein schon ausgefertigt war. Damit seien nicht alle Voraussetzungen für eine korrekte Widerrufsbelehrung erfüllt, hat der BGH in einer Grundsatzentscheidung festgestellt.

Mit dem höchstrichterlichen Urteil können Versicherungsnehmer nun diese Verträge auch nach Jahren noch widerrufen und rückabwickeln lassen, konstatiert der Jurist. “Anders als bei dem Darlehenswiderruf hat der Gesetzgeber hier keine zeitliche Begrenzung für einen Widerspruch festgelegt”, sagt Ahrens. (vwh/td)

Bildquelle: Hans-Joachim Schuengeler / pixelio.de

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