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Vermittler wollen Weiterbildung

07.01.2015 – Lernen_Bildung_MaennerVermittler wünschen Weiterbildung ohne Ausnahmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung. Danach begrüßt eine Mehrheit der 1.286 befragten Vermittler die neue Qualifizierungsoffensive ausdrücklich. 70 Prozent der Befragten befürworten eine regelmäßige Verpflichtung zur Weiterbildung. 22,8 Prozent lehnen sie ab, 7,4 Prozent haben noch keine Meinung dazu.

Mit dem Sachkundenachweis ist es künftig nicht mehr getan. Es gilt als sicher, dass mit der Überarbeitung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) aus Brüssel eine zusätzliche Pflicht zur ständigen Weiterbildung auf Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler zukommen wird.

Ein Teil der Vermittler nutzt bereits bestehende Angebote wie „Gut beraten“ im Versicherungsbereich. In dieser vom GDV in Kooperation mit der Versicherungswirtschaft gestarteten Initiative geht es darum, durch den Besuch diverser Fortbildungsvorträge eine bestimmte Zahl an Bildungspunkten zu erhalten. 40,3 Prozent der vom AfW befragten Vermittler sammelt bereits Punkte, weitere 12,8 Prozent haben dies künftig vor.

Jeder fünfte Vermittler (20,2 Prozent) lehnt indes ein eigenes Weiterbildungsengagement ab, solange es keine gesetzliche Pflicht gibt. Jeder zehnte Vermittler (10,2 Prozent) will auf Alternativen zu „Gut beraten“ warten und erst dann mit dem Sammeln von Bildungspunkten beginnen.

Knapp zwei Drittel der Befragten bewerteten die Initiative „Gut beraten“ nach dem Schulnotensystem. Im Schnitt gaben die Vermittler eine Drei minus. Die Noten zwei (gut) und drei (befriedigend) wurden zwar am häufigsten gezogen, allerdings gab auch eine starke Minderheit sehr schlechte Noten. Hauptkritik ist die mangelnde Unabhängigkeit der Bildungsinitiative von Produktgebern und die offene Frage einer Gültigkeit der Punkte unter einer künftigen Regulierung.

„Wie die Weiterbildungsregelungen letztlich aussehen werden, wissen wir erst nach Umsetzung der IMD II in deutsches Recht“, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Eine Garantie dafür, dass derzeitige Bildungssysteme anerkannt werden, gibt es nicht. „Es kann auch sein, dass analog zum Sachkundenachweis eine unabhängige Zertifizierung etwa durch die Industrie- und Handelskammern erfolgen wird.“ Es sei klar, dass eine Weiterbildungsverpflichtung nicht rückwirkend eingeführt werden könne, zumal mit einer Übergangsfrist zu rechnen sein wird. (wo)

Bild: Vermittler befürworten Qualifizierungsoffensive (Quelle: Stephanie Hofschaeger /pixelio.de)

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