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Verbraucherschützer agieren als Vermittler

15.06.2015 – cover_value_03Verbraucherzentralen machen den Vermittlern Konkurrenz. Auf dem Beratermarkt spielen sie mit ungleichen Karten und agieren im rechtlichen Graubereich, heißt es in der soeben erschienen Ausgabe des Beratermagazins Value. Ob ihre Robin-Hood-Attitüden den Kunden immer nützen, darüber lässt sich streiten. Das Thema Beratung steht jedenfalls auch im Mittelpunkt der heute stattfindenden Honorarberaterkonferenz im Hamburg.

Denn im Image-Ranking der Berufe scheinen “Versicherungsvertreter” den letzten Platz gepachtet zu haben. Wegen dieser Vertrauenslücke haben “Verbraucherschützer” im Versicherungsgeschäft Fuß gefasst. Der Begriff ist nicht geschützt. Von da her gleichen sie einer modernen Form des Robin Hood, der die korrupte Oberschicht überfällt und den einfachen Menschen freundlich gesonnen ist.

Den professionellen Vermittlern sind diese Organisationen ein Dorn im Auge. Hauptvorwurf: Irreführende Ratschläge. Andreas Vollmer, Mehrfachagent und Gründungsmitglied des Vereins “Ehrbare Versicherungskaufleute e.V.”, kritisiert die mangelnde Fachkompetenz, Empfehlungen auszusprechen. “Traurige Spitze ist mir für mich der Rat, sein Geld für die Altersvorsorge in Briefmarken anzulegen, weil das beständige und werthaltige Sachwerte für die Zukunft seien”, sagt er gegenüber Value.

Immer wieder liegen auch Verbraucherzentralen falsch und empfehlen Produkte von Versicherern oder Banken, die später Pleite gehen. Fragwürdig ist, dass sich die Verbraucherzentralen nicht den Gesetzen unterwerfen. Sie registrieren ihre Berater nicht und statten sie auch nicht mit einer Haftpflichtversicherung aus. Norman Wirth, Geschäftsführer des Vermittlerverbandes AfW, kritisiert das. “Verbraucherzentralen agieren zumindest in einer rechtlichen Grauzone. Bisher argumentieren sie schwach, dass sie keine gewerbliche Einzelberatungen durchführen.”

Die Vermittler sind jedenfalls angesichts der Konkurrenz durch die Verbraucherschützer gefordert: “Insgesamt sollten Vermittler stärker ihren Vorhang heben und klar erläutern, welche Dienstleistungen Sie eigentlich für Ihre Kunden erbringen”, ergänzt Vollmer. Nicht zu unrecht: Denn die Grenzen zwischen Verbraucherschutz und kommerzieller Vermittlung verschwimmen. Dass gute Berater die Verbraucher schützen, ist unstrittig. Dass Verbraucherschützer beraten und vermitteln, sollte allerdings nicht erst dem Impressum zu vernehmen sein. (vwh/dg)

Lesen Sie dazu mehr in der neuen Ausgabe von VALUE. Das Beratermagazin.

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