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VDVM-Vorstand warnt vor Schnellschuss bei LV

30.05.2014 – Jenssen“Gut gemeint, aber nicht gut gemacht”, fasst Hans-Georg Jenssen seine Kritik an den aktuellen Plänen zur Stabilisierung der Lebensversicherung zusammen. Der Geschäftsführende Vorstand des Verbands Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) fürchtet um den Verbraucherschutz und ist einigermaßen ungehalten über das Durchpeitschen des Maßnahmeentwurfs.

“Am Mittwochmittag um 12 Uhr wurde das Papier herausgegeben mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der Stellungnahme bis Freitag, 9.30 Uhr”, sagt Hans-Georg Jenssen. “In dieser Art der Behandlung wirtschaftlicher Existenzen zeigt sich eine gewisse Arroganz der Macht.” Er geht zwar nicht davon aus, dass die Hälfte der Makler in ihrer Existenz bedroht sind.

In der Sache kritisiert der VDVM aber die Ansätze für mehr Transparenz: “Hier springt man noch weit vor die europäische Vermittlerrichtlinie IMD 2. Die ist an sich viel differenzierter”, sagt Jenssen. “Wenn lediglich die Provisionen offengelegt werden sollen, kann von gleichem Wettbewerb für alle nicht die Rede sein.” Für ein Level Playing Field, der Markt mit gleichen Voraussetzungen, hätte es bei diesem Ansatz auch die Offenlegung gebraucht, was denn ein angestellter Vertreter verdient. Auch die Staffelprovisionen von Agenten seien im aktuellen Plan nicht betroffen.

“Unser Ansatz des Soft diclosure hätte völlig gereicht”, wendet Jenssen an dieser Stelle ein. Wenn ein Vermittler über dem Schnitt von beispielsweise 25 Prozent liegt, müsste demnach dies transparent gemacht werden, “mit der Folge, dass keiner diesen Satz überschreitet”. So erreiche man die lenkende Wirkung.

Positiv sieht Jenssen, dass es immerhin bei der Stornohaftungszeit keine weitere Beschränkung gebe und die Provisionen direkt gedeckelt wurden. Dass die Abschlusskosten auf maximal 25 Promille beschränkt werden sollen, hält der VDVM-Vorstand für problematisch. “Das hat zumindest dämpfende Wirkung”, entgegnet er der Frage nach den Auswirkungen auf den Berufsstand des Versicherungsmaklers.

Auf das Geschäftsmodell sieht er indes Veränderungen zukommen: Jenssen befürchtet, dass Lebensversicherungen in Zukunft vermehrt über Honorarberatung verkauft würden mit der Folge, dass wie bei Fällen um die Atlantic Lux tatsächlich Abschlusskosten von 77,94 Promille fällig würden. Jenssen: “Ich war schon bei einigen Fällen als Gerichtsgutachter geladen. Hier wird bewusst nah an der Grenze der Sittenwidrigkeit gearbeitet.” Deswegen warnt er die Politik vor diesem Schnellschuss, der auch keineswegs im Sinne des Verbrauchers wäre. (ku)

Foto: Hans-Georg Jenssen kritisiert die aktuellen Pläne zur Stützung der Lebensversicherung. (Quelle: VDVM)

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