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Towers Watson Umfrage: Neugeschäftsvolumen in der PKV eingebrochen

18.12.2014 – Beratung_fotolia_Kim_SchneiderIn ihrem Vertriebswege-Survey zur Krankenversicherung hat das Beratungsunternehmen Towers Watson für das Jahr 2013 einen Einbruch beim Neugeschäftsvolumen in der Privaten Krankenversicherung um ca. 20 Prozent festgestellt. Von dieser Entwicklung konnten sich die Auschließlichkeitsorganisationen (AO) abkoppeln.

Mit 45,6 Prozent erhöhten sie erstmals ihren Anteil gegenüber dem Vorjahr. Dagegen wurde der seit Studienbeginn (2005) anhaltende Aufstieg der unabhängigen Vermittler gebremst: Der zweitstärkste Vertriebsweg erreichte einen Marktanteil von 37,2 Prozent. “Der Einbruch von rund 20 Prozent im Neugeschäft hat sowohl die negativen Erwartungen der Studienteilnehmer als auch unsere eigene Einschätzung deutlich übertroffen“, kommentiert Frank Schepers, Geschäftsführer des Bereichs Versicherungsberatung bei Towers Watson. „Ein Grund dafür ist, dass der von vielen Gesellschaften erwartete ‚Pflege-Boom‘ 2013 noch nicht wie erhofft eingetreten ist. “

Wie im Gesamtmarkt hat auch in der Vollversicherung jeder Vertriebsweg signifikant an Neugeschäftvolumen verloren. Auch hier konnte die AO ihre Verluste am geringsten halten und somit ihren Marktanteil auf 49,2 Prozent ausbauen. Die unabhängigen Vermittler (42,8 Prozent) gaben 2,5 Prozentpunkte an die AO ab, aber auch die übrigen Vertriebswege haben zugunsten der AO verloren.

Überrascht hat der Bankvertrieb, der 2013 als einziger Vertriebsweg eine Steigerung beim Neugeschäft der Zusatzversicherungen (Pflege-Bahr) verbuchen konnte: Er erhöhte seinen Vertriebswegeanteil auf 8,4 Prozent – ein Zuwachs von ca. 15 Prozent. Insgesamt wird der Hoffnungsträger Zusatzversicherung verhaltener betrachtet: Nur noch 77 Prozent (Vorjahr: 100) erwarten hier wachsendes Neugeschäft.

Für das laufende Jahr erwarten 38 Prozent (Vorjahr: 18) der Survey-Teilnehmer wieder eine Zunahme des Neugeschäfts. Zum einen ist dies die Erwartung nach dem starken Einbruch 2013. Darüber hinaus haben die überstandene Bundestagswahl und die Koalitionsvereinbarungen die Diskussionen um die Bürgerversicherung wieder leiser werden lassen.

Entgegen dem Trend in 2013 werden für die Zukunft dem Vertrieb über das Internet und die unabhängigen Vermittler die besten Entwicklungschancen für das eigene Unternehmen zugerechnet. Eine deutlich höhere Bedeutung gegenüber Vorjahr wird auch dem Direktvertrieb zugeschrieben: Immer mehr Kunden informieren sich online über Bewertungs- oder Vergleichsportale und schließen dann über den Direktvertrieb per Homepage oder Telefon beim Versicherer ab.

Mittelfristig erwartet Towers Watson, dass die Neugeschäftsentwicklung weiter unter Druck steht, wenn auch nicht so stark wie in den letzten beiden Jahren. Auch der Bereich der betrieblichen Krankenversicherung bietet Wachstumspotenzial, allerdings ist es in vielen Unternehmen noch ein weiter Weg, bis sie ihren Mitarbeitern diese Möglichkeit anbieten werden.

Bild: AO koppeln sich vom Negativtrend ab. (Quelle: Kim Schneider/Fotolia)

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