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Suche nach alternativen Produkten

22.09.2016 – fellmann_oliver_mark -quelle M.A.R.K.“Vor zwei Jahren hatte ich eine Rollenverteilung wie heute noch nicht für möglich gehalten”, stellte ein Teilnehmer des diesjährigen Pressegesprächs des VDVM fest. Grund dafür war die lebhafte Diskussion, die sich nach dem Referat von Vorstandsmitglied Oliver Fellmann über “Fakten und Mythen” bei der Lebensversicherung entspann.

Fellmann skizzierte darin die aktuelle Situation der Lebensversicherung, die gekennzeichnet ist von sinkendem Neugeschäft, einem Minus von neun Prozent bei den Einmalbeiträgen und einem Rückgang um 3,2 Prozent bei den laufenden Beiträgen. Wachstum gibt es lediglich bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen, die gut ein Viertel zum Neugeschäft beitragen. Nicht besser sieht es bei den geförderten Produkten aus. Hier ging das Neugeschäft der Riesterrenten um 10,7 Prozent zurück, bei den Basisrenten gab es einen Rückgang um 3,7 Prozent.

Die Niedrigzinsphase ist aus Sicht des VDVM wohl eher eine Epoche als eine Phase – dazu tragen nicht nur die EZB-Politik, sondern auch weitere Faktoren wie der sinkende Produktivitätsfortschritt bei gleichzeitigem Anstieg des Sparvermögens national und international bei.

Aus Sicht des Maklerverbands, der bei den Aufnahmegesprächen für neue Mitglieder Wert darauf legt, dass der Maklerbetrieb in etwa die VDVM-übliche Quote von 80 Prozent Industrie- und Sachversicherungsgeschäft und möglichst nicht mehr als 20 Prozent Lebensversicherungen einhält. Die Antwort könne nur sein, sich vor allem auf die Absicherung biometrischer Risiken zu konzentrieren. Wenn ein Kunde zusätzlich private Altersvorsorge betreiben will, empfehlen ihm die VDVM-Makler eher “gemäßigte Alternativprodukte”, dazu gehören Bankprodukte und vor allem Immobilien. Die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sehen sie dagegen eher skeptisch – “die neuen klassischen Angebote lohnen sich in der Regel nicht”, stellte Fellmann fest.

In dieser Absolutheit waren das für die meisten der anwesenden Journalisten neue Töne, und so ergab sich die Situation, dass die Pressevertreter die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge verteidigten, während die Makler sie zwar grundsätzlich auch sehen, aber die aktuellen Versicherungsangebote für eher ungeeignet dafür halten. Dabei verweisen sie auf ihre Erfahrungen in der Beratung von Kunden, denen sie immer wieder erklären müssen, warum die Erträge und damit die prognostizierten Abläufe schon wieder gesunken sind. Klar sei: Eine klassische Lebensversicherung jemandem zu vermitteln, der älter als 55 oder 50 Jahre alt ist, sei “nicht mehr State of the Art.” “Die Lebensversicherung geht schweren Zeiten entgegen”, resümierte VDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen. (sgk)

Bild: VDVM-Vorstandsmitglied Oliver Fellmann (Quelle: M.A.R.K.)

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