Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

“Standardisierung ist ein Schlüsselbaustein für die digitale Zukunft”

25.06.2015 – frank-schille-150Die Standardisierung und damit auch BiPRO sind “ein Schlüsselbaustein für die digitale Zukunft” der Versicherungsbranche, sagt Frank Schrills, geschäftsführender Präsident von BiPRO e.V. Dennoch seien nicht alle Player in der Lage, die entsprechenden Standards in ihre IT-Struktur “zu integrieren”. “Hier besteht Aufholbedarf”, betont Schills im Exklusiv-Interview mit VWheute.

VWheute: Wie weit ist die Standardisierung der Informationstechnik fortgeschritten? Wie ist hier der aktuelle Stand?

Frank Schrills: Die Versicherungsbranche hat erkannt, dass die Standardisierung und damit auch BiPRO ein Schlüsselbaustein für die digitale Zukunft der Branche darstellt. Nichtdestotrotz sind nicht alle Markt-Player heute in der Lage, die modernen Standards in ihrer IT-Architektur zu integrieren. Hier besteht noch Aufholbedarf. Jedoch bin ich optimistisch, dass dieser dringende Handlungsbedarf von vielen bereits erkannt worden ist und dass die notwendigen Änderungen sukzessive umgesetzt werden.

VWheute: Was sind die zentralen Herausforderungen bei der Implementierung branchenweiter Standards?

Frank Schrills: Hierzu gibt es drei wesentliche Herausforderungen. Als erstes, setzen Unternehmen zum Teil noch alte Systeme ein. Diese veraltete Technik und das fehlende Knowhow für moderne Internettechnologien tragen dazu bei, dass das Umsetzungstempo in der IT sehr langsam und die Ergebnisse bescheiden sind.

Zweitens, arbeiten Unternehmen noch häufig mit proprietären Lösungen, um vermeintliche Quick-Wins zu erreichen. Dabei wird vernachlässigt, dass ein branchenweiter Standard nachhaltig zur Service-Exzellenz und Kostenoptimierung beiträgt. Es wird verkannt, dass der konsequente Einsatz von Standards nach der Anbindung mehrerer Partner sich deutlich auszahlt.

Drittens, sind viele Firmen noch nicht daran gewöhnt, auch in Punkto Qualität nachhaltig den Standard korrekt zu implementieren. Sie schaffen stattdessen verschiedene Workarounds und sind natürlich mit Blick auf digitale Anforderungsszenarien sehr unproduktiv.

VWheute: Welche Auswirkungen hat (der Einsatz von) BiPRO-(Standards) auf den Vertrieb?

Frank Schrills: Vor dem Hintergrund des Technologiewandels ermöglichen die auf moderne und flexible Schnittstellen ausgelegten BiPRO-Standards, die Kommunikation mit den Kunden effizienter, schneller und transparenter zu gestalten. Am Point-of-Sale können alle relevanten Informationen für alle Vertriebskanäle zur Verfügung gestellt werden.

Fehlen diese flexiblen Schnittstellen, besteht die Gefahr, dass die Betreuungsfunktion nicht durch den Vermittler, sondern von anderen Playern ausgeübt wird. Die persönliche Beratung unterstützt durch digitale Technologien kann als Erfolgsfaktor des Vertriebs gesehen werden.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Bild: Bipro-Präsident Frank Schrills (Quelle: Bipro)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten