Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

“Provision ist das einzig soziale Bezahlmodell”

17.06.2015 – Vollmer_VEVKAndreas Vollmer, Gründungsmitglied des VEVK plädiert für die Provisionsberatung, weil dadurch sozial schwache Menschen quersubventioniert würden. Eine Honorarberatung könnten die sich gar nicht leisten. Im Interview mit Value erklärt der Bielefelder Mehrfachagent, warum Kaufmannstugenden gut fürs Geschäft sind.

Andreas Vollmer verpflichtet sich den Ethikstandards und dem Selbstverständnis eines Ehrbaren Kaufmanns. Das ist das Leitbild des Vereins “Ehrbare Versicherungskaufleute e.V.” (VEVK), den er zusammen mit BVK-Vermittlern 2012 gegründete hat. Mittlerweile zählt der Verein 400 Mitglieder. „Wer dem VEVK beitritt, möchte für sich persönlich den Aspekt des ehrbaren Handelns nach außen tragen. Das ist ein zusätzliches Siegel. Und über diesen Begriff kann man mit den Kunden in den Dialog Kommen“, erklärt der 46-jährige Betriebswirt.

Die Anzahl schwarzer Schafe ohne Berufsethos sinkt seiner Einschätzung nach, weil Vermittler im lukrativen Lebensversicherungsgeschäft ein deutlich höheres Stornorisiko zu tragen haben. “Das ist ein sehr positiver und vom Gesetzgeber gewollter Trend. Diesem Risiko kann man nur entkommen, wenn man Verträge sauber vermittelt”, ist Vollmer überzeugt.

Eine Reihe von medial aufgebauschten Skandalen hätten Kunden verunsichert. Das liegt auch an der kritiklosen Rezeption von Medienberichten, sagt der Mehrfachagent gegenüber Value: “Ich glaube, kein Kunde käme überhaupt auf die Idee, uns auf einen solchen Skandal anzusprechen. Wir leben ausschließlich von der Weiterempfehlung unserer langjährigen Kunden. Zudem werden Verbraucher durch sehr widersprüchliche Botschaften, auch über das Internet und in sozialen Medien verunsichert.”

Angesprochen auf den Status der Vermittler und den Provisionsverkauf sagt Vollmer: “Mit Provisionsverkauf bei der Versicherungsvermittlung können die Kunden umgehen. Sie wissen, dass wir vom Versicherer vergütet werden und dass die Provision oder Courtage in den Prämien inkludiert ist.” Die Kunden würden auch nicht in Scharen zu Honorarberatern laufen, weil Provisionen ein bewährtes soziales Modell seien. “Kunden mit höheren Einkommen zahlen höhere Prämien und finanzieren den Fixkostenblock in einem Vermittlerbetrieb stärker als Kunden mit niedrigen Prämien. Kunden ohne einen Schaden finanzieren den Aufwand, den wir gerade bei Kunden, die einen Schaden erleiden, betreiben müssen, mit”, begründet Vollmer seine Haltung. (vwh/dg)

Bild: Der Bielefelder Mehrfachagent Andreas Vollmer. (Quelle: Value)

bestellen_vwh

Interview: Mehrfachagent Andreas Vollmer in der aktuellen Ausgabe von Value - Das Beratermagazin zur Zukunft des ehrbaren Kaufmanns. (Einzelbeitrag zu 3,81 Euro)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten