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Pricing mit Big Data? “Durchbruch nicht in Sicht”

18.05.2015 – Wagner_LeipzigPricing mit Big Data aus der digitalen Welt? “Ich bin noch nicht davon überzeugt, dass hier kurzfristig ein Durchbruch erzielt wird”, zweifelt Versicherungswissenschaftler Fred Wagner. Seine Einschätzung im VW-Titelreport zur “Vermessbarkeit” des Versicherungskunden zum Beispiel in der Autoversicherung: “Tarifierungssysteme der Versicherer sind schon heute so granular, dass Pay-as-you-drive gar keine großartigen Verschiebungen mit sich bringen dürfte.”

Deswegen hätten Pay-as-you-drive-Tarife hierzulande beispielsweise auch noch keinen durchschlagenden Erfolg erzielt.

Fred Wagner hält es hingegen für gut möglich, dass Predictive Analytics und Co. den Aktuar noch fundierter die Tarifierungsarbeit bewerkstelligen lassen, wenn und soweit dies politisch, gesellschaftlich und kundenseitig goutiert und nicht die Sorge vor Datenmonstern ausgebreitet oder befördert werde.

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“Versicherung ist und bleibt Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit”, entgegnet er auf die Frage, ob Versicherung im hergebrachten Sinne von einer Google-Zivilisation abgelöst wird. “Und das Kollektiv darf durchaus individuelle Risiken zu individuellen Preisen umfassen – wenn diese „richtig“ kalkuliert und tarifiert sind, können sich auch unterschiedliche, noch mehr individualisierte Risiken untereinander ausgleichen”. (vwh/ku)

Bild: Fred Wagner ist Inhaber des Lehrstuhls für Versicherungsbetriebslehre und Vorstandsvorsitzender im Institut für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig. (Quelle: Privat)

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Interview: Ungleiche Prämien für ungleiche Risiken. Fred Wagner über die zunehmend differenzierte Tarifierung nach Risikogruppen

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