Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Ökotest: Cyber-Policen noch nicht ausgereift

01.06.2015 – Sicherheit_Cyber_fotoliaDie am Markt vorhandenen Cyberpolicen stellen in der Regel keinen echten Mehrwert dar, schreibt Ökotest in seiner neuen Ausgabe. Viele Cyberrisiken werden bereits durch Haftpflicht, Hausrat oder eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt. Ökotest hat 13 Produkte von sieben Anbietern untersucht.

Echte Mehrleistungen bringen demnach nur die Arag-Produkte aus der Reihe “Web@ktiv”. Doch viele diese Mehrleistungen seien mager, schreiben die Ökotester. Die Arag zahlt bei Identitätsmissbrauch und Rufschädigung 1.000 Euro für eine Strafanzeige und weitere 1.000 Euro für den Aufwand, die Inhalte im Web zu löschen. 3.000 Euro zahlt die Arag für Datenrettung bei Schäden durch Viren und Trojaner.

Zwischen 7,90 (Cosmos Finanzschutz) und 315,41 (Janitos) kosten die untersuchten Cyber-Policen. Die Allianz hat ihr Produkt vor dem Test vom Markt genommen. Bei dem Janitos-Produkt handelt es sich um einen Zusatzbaustein zu einer Hausratversicherung. Das Cosmos-Produkt steht nur für illegale Bankabbuchungen ein, allerdings auch nur dann, wenn die Bank wegen grober Fahrlässigkeit des Kunden jeden Schadenersatz ablehnt. BNP Paribas Cardif zahlt mit ihrer Produktreihe “Digital Life Protect” für den Einkommensausfall durch unbezahlten Urlaub nach dem Diebstahl von Daten im Internet. “Uns ist jede zumutbare Untersuchung über Ursache und Höhe der Leistungspflicht zu gestatten”, heißt es in dem Bedingungswerk des Stuttgarter Versicherers.

Bei den untersuchten Policen handelt es sich um Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen oder Rechtsschutzversicherungen. Anders als eine Privathaftpflicht stehen die Cyber-Policen nicht für Schäden an Dritten ein. Hochwertige klassische Policen (Haftpflicht, Hausrat) sind aus Sicht von Ökotest deshalb empfehlenswerter. (ba)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten