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Nicht alle Versicherer nutzen das HIS

30.06.2015 – Viele Versicherer machen bei dem Hinweis- und Informations-System nur zögerlich mit, berichtet Value in seiner neuen Ausgabe. Debeka und Barmenia beispielsweise beteiligen sich in der Lebensversicherung nicht an der Versicherer-Schufa. Aktuell verfügt die Datenbank über 1,7 Mio. Einträgen zu Personen und 2,1 Mio. Einträge zu Fahrzeugen.

Das HIS war vor kurzem ins Gerede gekommen. Der Versicherungsmakler Matthias Helberg hatte aufgedeckt, dass das HIS widerrechtlich Antragsdaten zur Berufsunfähigkeitsversicherung zehn Jahre aufbewahrt hatte. Die von der Bertelsmann-Tochter Informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH (IIRFP) betriebene Datenbank darf solche Daten nur vier Jahre aufbewahren. Die in Baden-Baden operierende Firma hat inzwischen den Fehler ausgeräumt und sich einer Datenschutzpüfung unterzogen.

„Nach unseren Erfahrungen fallen Betrugsfälle in der Lebensversicherung auch ohne HIS auf“, betont die Barmenia, die sich nicht an dem HIS beteiligt. Fast unisono teilen die Versicherer mit, dass ein Eintrag nicht automatisch zur Ablehnung eines Antrags oder einer Leistung führt, sondern lediglich Indizien für mögliche Unregelmäßigkeiten liefere. Diese könnten im Einzelfall eine gesonderte Prüfung auslösen. In dem von Helberg betreuten BU-Antrag wäre der Kunde allerdings gewiss angenommen worden, wäre der Versicherer nicht auf den widerrechtlichen HIS-Eintrag gestoßen.

Versicherern fällt es schwer, Betrugsversuche nachzuweisen. Vom HIS erwarten sie sich eine Präventivwirkung. Allein die Tatsache, dass die Versicherer über eine solche Auskunftei verfügten, erziele einen gewissen Abschreckungseffekt. Das HIS ist für sämtliche Versicherungssparten konzipiert, wird aber getrennt geführt. Eine Meldung aus der privaten Haftpflichtversicherung darf nicht in der Kfz-Versicherung genutzt werden.

Ein Kfz-Sachbearbeiter darf sich nur um seinen Bereich kümmern. Damit soll vermieden werden, dass sich ein Versicherer mittels des HIS ein Gesamtbild über den Kunden anfertigt. In allen Sparten wird der HIS-Datenbestand in zwei Datenpools getrennt verarbeitet: in einem Datenpool für die Abfrage zur Risikoprüfung im Antragsfall, dem so genannten A-Pool und in einem Pool für die Abfrage zur Leistungsprüfung (L-Pool). ba

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