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Marktverunsicherung trifft Charta-Partner wenig

01.04.2015 – lars_widany_uskDie Unruhe im Altersvorsorgemarkt betrifft die meisten Mitglieder der Versicherungsmaklervereinigung Charta wenig. “Ein starkes Gewerbegeschäft bietet unseren Partnern genügend Rückhalt”, sagte der neue Vorstandsvorsitzende, Lars Widany, anlässlich des Charta Campus in Essen. Derzeit herrsche wegen der Reform der Provisionen im Lebensversicherungsgeschäft eine große Verunsicherung bei den Maklern. Der Markt sei gespalten.

Während viele Versicherer bereits neue Provisionsmodelle für die Lebensversicherung angekündigt haben, würden einige den Vermittlern immer noch suggerieren, dass es so weitergeht wie bisher. “Zeitweilig wird hier der Markt neu verteilt”, so Widany. Der Charta-Chef hält das Vorgehen aber für falsch. Und befürchtet negativ Presse für die Vermittlungsbranche, wenn die Neuregelungen des Lebensversicherungsreformgesetzes in der Praxis ausgehöhlt werden.

“Auf die Dauer kann das wirtschaftlich kein Versicherer lange durchhalten“, warnte Widany. Kritisch sieht der Maklerexperte die Kündigungsaktionen einzelner Versicherer, wie R+V und Nürnberger. Die Charta halten hier mit ihren Rahmenverträgen dagegen. “Wir sprechen mit den Versicherern. Veränderungen sind auch harmonisch möglich“, so Widany. Erstmals findet das Maklertreffen in diesem Jahr statt in Neuss in Essen statt. Auch das Konzept hat sich geändert. Am ersten Tag wird das Charta-Treffen von einer Messe begleitet, am zweiten Tag ist es Fortbildung pur.

Insgesamt gibt es an den beiden Veranstaltungstagen 37 Vorträge. Die Versicherungsmakler können hier Punkte für die Qualifizierungsinitiative “Gut beraten” sammeln. Das Kompaktangebot lockte trotz widrigen Wetterverhältnissen rund 400 Makler nach Essen. Besonders gut besucht war am ersten Veranstaltungstag der Vortrag der VdS-Schadenverhütung GmbH.

Rund 100 Versicherungsmakler informierten sich über den neuen VdS-Cyber Security-Standard für kleine und mittlere Unternehmen. Laut Simon Goeden-Eicken vom VdS hat es bisher keine Sicherheitsnorm am Markt zu einer nennenswerten Verbreitung gebracht. Das will der VdS nun ändern und hat nicht nur einen kostenfreien Selbstcheck, sondern auch ein Audit und eine Zertifizierung entwickelt. Gleichzeitig arbeitet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Musterbedingungen für einen Multi-Line-Cyber-Police. Wie am Rande der Veranstaltung bekannt wurde, gibt es bisher für Versicherungsmakler selbst marktweit noch keine Cyber-Police.

“Das ist schlecht, denn ich kann Mittelständlern kaum etwas verkaufen, was ich für meinen eigenen Betrieb nicht besitze”, sagte ein Makler. Allein der Verband Deutscher Versicherungskaufleute (VDVM) hat für seine Mitglieder mittlerweile eine Cyber-Police entwickelt. Hier hat die Charta noch Nachholbedarf. (usk)

Bild: Lars Widany, neuer Vorstandsvorsitzender der Versicherungsmaklervereinigung Charta (Quelle: usk)

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