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Maklerbestände: Übergabe in schwierigen Zeiten

02.03.2015 – Compliance_ShutterstockCompliance-Vorschriften, niedrige Einstiegshürden und mangelnde Ausbildungsstandards: Qualitativ gut ausgebildeter Nachwuchs entscheidet sich in der Regel nicht für den Beruf des freien Vermittlers. Die Gesetzgebung erleichtert es Versicherungsmaklern zudem nicht gerade, Unternehmensnachfolger oder Interessenten für die Übernahme ihrer Bestände zu finden.

“Das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse”, nennt Andreas Ruppert, Inhaber und Geschäftsführer der Ruppert Beratungshaus GmbH in Fellbach bei Stuttgart die Schwierigkeiten der Nachwuchssuche bei freien Vermittlern.

“Erst wenn Standards im Bereich der Ausbildung geschaffen werden, Aufsicht und Regulierung an den richtigen Stellen greifen und Courtage und Provisionsmodelle in vernünftige Formen umgesetzt und zur Pflicht werden, dann wird die Branche auch für viele junge qualifizierte Menschen wieder ein interessanter und erstrebenswerter Beruf sein”, erklärte er gegenüber VWheute.

Der Kundenbestand kann sich, das wurde jüngst beim ersten Maklerkongress in Augsburg debattiert, für einen Versicherungsmakler dennoch als wahre Goldgrube entpuppen. Voraussetzung ist eine richtige Pflege der eigenen Adressdaten. Allerdings ist derzeit noch nicht klar, wie viele Makler sich aktuell mit dem Thema Kauf und Verkauf ihres Bestandes auseinandergesetzt haben. Denn auch in der Versicherungsbranche bleiben die Folgen des demografischen Wandels nicht aus – was sich auf die Attraktivität von Maklerbeständen direkt auswirkt.

Was gilt es bei der Übergabe der Bestände zu beachten (siehe DOSSIER)? Ohne wirksame Einwilligung in die Weitergabe der Kundendaten geht überhaupt nichts. Auch die Position der Versicherer spielt eine Rolle bei der Bestandsübertragung.

Derjenige, der einen Bestand übernimmt, sollte hinter die Fassaden blicken. Für Rechtsanwalt Norman Wirth, der sich auch die Übertragung von Beständen spezialisiert hat, stellen sich folgende Fragen: Ist die Preisvorstellung des Verkäufers realistisch auf künftig zu erwartende Umsätze und Erträge und wie weit lässt es sich mit guten Argumenten nachverhandeln?

Wirth fasst die wesentlichen Punkte für Käufer und Verkäufer stichwortartig zusammen. Zentral sind

  • Die Konkretisierung des Bestandes
  • Die Mitwirkungspflichten des Verkäufers
  • Der Schutz vor Rückgewinnung der Kunden durch Veräußerer
  • Auswirkung von Kundenschwund auf den Verkaufspreis

Die Beantwortung folgender Fragen hält Norman Wirth für essentiell:

  • Wer übernimmt die Stornohaftung für die Altverträge?
  • Wer haftet ab bzw. bis wann für Beratungsfehler?
  • Dürfen die Kundendaten überhaupt an den Käufer gegeben werden?

All diese Punkte müssen in einen rechtlich einwandfreien Kaufvertrag einfließen, empfiehlt Wirth. (vwh/ku)

Bildquelle: Shutterstock.de

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