Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Makler im Sandwich-Status

27.07.2015 – juergen_eversDie Versicherungsmakler befinden sich derzeit in einem Sandwich-Status zwischen Kunden und Versicherern, meint Rechtsanwalt Jürgen Evers. Einerseits sind sie allein dem Interesse ihrer Kunden verpflichtet, andererseits haben sie Schutzpflichten gegenüber den Versicherern, so der Experte in einem Beitrag für das Beratermagazin Value. Somit steht der Makler “in gewissem Umfang in einem Doppelrechtsverhältnis”.

Besonders deutlich werde dies bei der Administration vermittelter und betreuter Versicherungsverträge. Insbesondere dann, “wenn der Makler Leistungen für den Versicherer übernimmt”. Hierbei entstehe unter Umständen “eine gesonderte rechtsgeschäftliche Beziehung”, betont Evers.

Allerdings tritt ein Makler “auch bei der bloßen Anbahnungstätigkeit für den Kunden in ein gesetzliches Schuldverhältnis zum Versicherer”, schreibt der Experte weiter. Daraus ergibt sich für den Makler eine besondere Schutzpflicht gegenüber dem Versicherer: Diese umfasse die “Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Versicherers”, so Evers.

Im Unterschied dazu befindet sich der Makler gegenüber dem Versicherten in einer Bemühungspflicht. Hier habe “das Kundeninteresse grundsätzlich Vorrang gegenüber den Schutzinteressen des Versicherers”, schreibt der Experte. Allerdings hätten diese nur dann “Vorrang, wenn sie rechtmäßig und wirksam begründet” seien. (vwh/td)

bestellen_vwh

Expert: Sandwich-Status, in Value 7/15 (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

Bild: Jürgen Evers (Quelle: Kanzlei Blanke Meier Evers)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten