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Lebensversicherung: Keine Tendenzen für Schlussverkauf

13.10.2014 – Fellmann_usk“Die Lebensversicherung wurde in den letzten Jahren regelrecht totgeschrieben”, sagt Oliver Fellmann, Mitglied des Vorstandes des Verbandes Deutscher Versicherungsmakler (VDVM). Ein Umdenken im Markt kann er trotz Verunsicherung bei Kunden wie Maklern noch nicht feststellen. Auch er hält im VWheute-Interview den Fokus hin zur laufenden Provision für richtig.

“Vor allem junge Leute sehen heute aber kaum noch eine Notwendigkeit, an ihre Zukunft im Alter zu denken. Vielfach fühlen sie sich durch ein potentielles Erbe weitgehend abgesichert” , blickt Oliver Fellmann auf das aus seiner Sicht schlechte Lebensversicherungsgeschäft 2014: “Sehr skeptisch sind Kunden mittleren Alters. Sie haben oft schlechte Erfahrungen mit Lebensversicherungen gemacht. Allein bei denjenigen, die derzeit einen Vertrag ausbezahlt bekommen, ist es oft möglich, das Geld neu zu verrenten. Sie stellen zudem oft fest, dass die Lebensversicherung gegenüber einem Investment in Immobilien besser gelaufen ist. Auch die günstige Ertragsbesteuerung hilft hier. Bisher sehe ich aber noch keine Tendenzen für einen Schlussverkauf in der Altersvorsoge, auch wenn im nächsten Jahr der Höchstrechnungszins gesenkt wird. Allein in der betrieblichen Altersvorsorge läuft das Geschäft noch einigermaßen.”

VWheute: Welche Maßnahmen könnten helfen?

Fellmann: Wir halten die Lebensversicherung immer noch für alternativlos, denn die gesetzliche Rente sinkt und die Lebenserwartung steigt. Wir müssen aber an den Kosten schrauben. Vermittler müssen auf einen Teil der Abschlussvergütung verzichten. Dafür hat der VDVM ein neues Vergütungsmodell mit der Stuttgarter Lebensversicherung entwickelt, bei dem die Abschlussvergütung zugunsten einer laufenden Courtage reduziert wird. Die Kunden bekommen dadurch in den in den ersten fünf Versicherungsjahren um bis zu 25 Prozent höhere Rückkaufswerte. Wir sind zu diesem Modell mit anderen Versicherern im Gespräch, auch wenn es noch nichts Konkretes gibt.

Gibt es im Markt bereits angesichts der baldigen Absenkung des Zillmersatzes ein Umdenken, was die Vergütung betrifft?

Nein. Derzeit bietet beispielsweise die Allianz weiterhin eine Vergütung von 40 Promille an. Andere Versicherer verneinen nicht, dass sie das tun. Versicherer die sich über die klare Forderung des Gesetzgebers nach mehr Transparenz und geringere Abschlussvergütung hinwegsetzen, gefährden das Geschäftsmodell Lebensversicherung ernsthaft. Auch Versicherer müssen mit Kostensenkungen die Attraktivität der Lebensversicherung sichern. Für Kunden ist übrigens die Bonität eines Versicherers heute ein ganz entscheidendes Kaufkriterium.

Die Fragen stellte VWheute-Autor Uwe Schmidt-Kasparek.

Bildquelle: usk

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