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Lebensversicherung: Bewährungsfrist für Versicherer läuft

16.12.2014 – Lebensversicherung_uschi dreiucker_pixelio“Es war nicht das Ziel der Politik, Courtagekürzungen durchzusetzen”, sagt VDVM-Chef Hans-Georg Jenssen zu den aktuellen Ankündigungen von Versicherern, Abschlussprovisionen zu senken und vermehrt auf laufende Provisionen zu setzen. “Es ging mit dem LVRG darum, Rückkaufwerte in vernünftige Höhen zu bringen.” BVK-Chef Michael H. Heinz indes mahnt an, das Äquivalenzprinzip einzuhalten.

Michael H. Heinz plädiert weiter dafür, “eine gemeinsame Lösung zwischen Versicherungsunternehmen und der Vertreterschaft anzustreben.” Dass nun vermehrt Modelle zum Tragen kommen sollen, die eine Senkung der Abschlussprovision vorsehen und dafür die restlichen Promille über bis zu acht Jahre strecken, wertet der BVK-Chef als Versuch, “Belastungen für das Unternehmen auf die Vermittler abzuwälzen.” Eine derartige Verlängerung der Stornohaftzeit durch die Hintertür – über die gesetzliche Haftzeit von fünf Jahren – lehnt man grundsätzlich ab.

Der VDVM indes hat mit der Stuttgarter Lebensversicherung ein Modell erarbeitet, das gar eine Stornohaftzeit von zehn Jahren vorsieht und Provisionen für Abschluss und Betreuung über die gesamte Laufzeit zu zillmern.

Die Maßnahmen des LVRG sieht Hans-Georg Jenssen als das schonendste Mittel, ein Umdenken bei den Versicherern anzustoßen. Ganz klar sei kommuniziert worden, dass die Branche hier die Bewährungsfrist zu nutzen habe. “Die Politik beobachtet den Markt aufmerksam. Und wenn entsprechende Maßnahmen nicht ergriffen werden, drohen härtere Sanktionen.” Jenssen spricht hier unter anderem ein mögliches Verbot der Abschlussprovision als Ultima Ratio an.

Und dennoch: Einige Versicherer würden hier noch immer “Beamtenmikado” spielen, nach dem Motto, “wer sich zuerst bewegt, verliert.” Doch jetzt seien, so Jenssen weiter, Signale gefordert.

Den Einwand, dass sich ein recht unübersichtlicher Markt in der Lebensversicherung entwickeln könnte, versteht er: “Nach einigen Jahren Wildwuchs wird sich das aber auf drei, vier Vergütungsmodelle eindampfen.”

BVK-Chef Michael H. Heinz: “Einige Unternehmen warten noch ab, andere sind schon ganz konkret dabei, die Abschlussprovision zu senken und längere Haftzeiten einzuführen, und sicherlich wird es auch einige partnerschaftlich handelnde Unternehmen geben, die die Abschlussprovision unverändert lassen oder zumindest das Äquivalenzprinzip einhalten”, entgegnet er der Frage, womit er vonseiten der Versicherer noch rechnet. (vwh/ku)

Link: Courtagen und Provisionen nach dem LVRG: “Kein Grund zur Freude” (VWheute, 15.12.2014)

Bildquelle: Uschi Dreiucker/ pixelio

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