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Lebensversicherer streiten über Kostentransparenz

06.07.2015 – geld-euro-150_Hermsdorf_ pixelioRalf Berndt kritisiert die Lebensversicherer wegen ihrer inkonsistenten Umsetzung des Kostenausweises. „Ich finde den Umgang von unserer Seite deutlich unverantwortlich und glaube, dass wir uns damit schaden“, sagte der Vertriebsvorstand der Stuttgarter am Freitag auf einer Veranstaltung von MLP in Wiesloch.

Derzeit tobt ein heftiger Streit unter den Lebensversicherern wegen der Umsetzung des Effektivkostenausweises in der Lebensversicherung. Im LVRG ist das nicht konkret vorgegeben, doch es gibt eine Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Es gibt Gesellschaften, die marktgetrieben anders vorgehen“, sagte Ralf Berndt vor 240 Financial Plannern in Wiesloch. „Sie als Vermittler sollten solche Gesellschaften abstrafen.“ Prinzipiell bestätigt wurde Berndt vor dem vorrangig aus MLP-lern bestehenden Publikum von Thomas Wiesemann, Vertriebsvorstand der Allianz Leben. Er plädiert dafür, die Leistungsseite nicht aus dem Auge zu verlieren. „Man muss die Kosten im Vergleich zur Leistung anschauen.“

Die Allianz Leben gehört zu den wenigen Lebensversicherern, die ihre Effektivkosten nicht herunterrechnen. Eine Übersicht von Morgen & Morgen (M&M) und des Instituts für Transparenz in der Altersvorsorge zeigt, dass die meisten Lebensversicherer deutlich niedrigere Effektivkosten ausweisen als M&M anhand der GDV-Empfehlung ausgerechnet hat. Bei der Gothaer, der Europa, der Huk24 und der WWK gehen die Berechnungen besonders stark auseinander. „Die Branche und der Gesetzgeber haben die Chance vertan, die Effektivkosten zu definieren und so für einen einheitlichen Standard zu sorgen“, hatte Mark Ortmann vom Institut für Transparenz in der Altersvorsorge Ende Mai kritisiert.

„Für den Laien ist das nicht verständlich“, kritisierte Assekurata-Analyst Lars Heermann auf der MLP-Veranstaltung. „Was ist eine realistische Kostenannahme? Das ist nicht einheitlich vorgegeben.“ Gemäß der Morgen&Morgen-Analyse haben sich Allianz, Alte Leipziger, Barmenia, Concordia, Cosmos, Hannoversche, Hanse Merkur, Helvetia, Iduna, Inter Risk und Württembergische beim Effektivkostenausweis an die GDV-Empfehlung gehalten. (ba)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf/ pixelio

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