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Kurzzeitversicherungen werden Markt aufrollen

24.06.2015 – wulff_situativeDer Vertrieb von Kurzzeitversicherungen wird den Markt aufrollen, konstatiert Lennart Magnus Wulff, Geschäftsführer des Düsseldorfer Startups SituatiVe GmbH. In spätestens fünf Jahren werde der Kunde einen Teil seines “Versicherungsschutzes ad-hoc bzw. situativ organisieren”, sagt er im Exklusiv-Interview mit VWheute. Der Vertrieb erfolge zudem durch entsprechende Hinweise der Kunden.

Dabei ist das Portfolio des Startups bei den Kurzzeitversicherungen durchaus umfangreich. Dazu zählen u.a. ein Mietwagenschutz, ein Probefahrtschutz oder ein CarShareSchutz bei der Nutzung von Car-Sharing, ein Busreiseschutz bei Reisen mit dem Fernbus, sowie ein GolferSchutz oder ein StadionSchutz (Unfalldeckung für den Tag im Fußballstadion). Geplant ist weiterhin u.a. ein PilgerSchutz zur Absicherung von Pilgerfahrten oder eine KinderwagenVollkasko zum Schutz von Kinderwagen, so Wullf auf Anfrage von VWheute.

VWheute: Entwickeln Sie mehr B2B oder B2C?

Lennart Magnus Wulff: Beides. In der Marke AppSichern bedienen wir B2C, hierfür entwickeln wir auch die Technologie. Sobald diese steht und skalierbar ist nutzen wir diese im Rahmen unserer White-Label Aktivitäten auch für Dritte im Bereich B2B bzw. B2B2C, also dem Geschäft v. Dritten gegenüber Endkunden, z.B. bei einem Versicherer oder auch Makler, der seinen Kunden online Angebote im situativen oder Nischenbereich machen will und hierzu selbst keine entsprechende Technologie vorhält oder vorhalten will.

Im Rahmen der B2B Aktivitäten halten wir auch Abschlussstrecken vor, die sich an gewerbliche Kunden halten, sprich wir schaffen technische Lösungen die a) gegenüber Endkunden (B2B) den schlanken Abschluss via App, Mobiler oder normaler Website ermöglichen und machen dasselbe auch f. gewerbliche Kunden im Bereich B2B. Fokus bei uns ist immer den Mobile- bzw. Onlineabschluss f. Produkte zu lösen, die es in der Form so noch nicht am Markt gibt.

VWheute: Aus der Nische raus? Werden Kurzzeitversicherungen den Markt aufrollen?

Lennart Magnus Wulff: Ja. Es ist sehr viel einfacher erstmal für den sehr simplen Fall der Absicherung v. Risiken f. einen Tag die entsprechende Technologie und auch die Vereinfachung im Denken des Underwriting hinzubekommen als sich mit den bereits bestehenden und prozessual „festgefahrenen“ Produkten zu beschäftigen. Den Markt aufrollen werden sowieso nur noch Lösungen die vom Prozess her sehr schlank online (umfasst sowohl Apps, mobile Webseiten als auch normale Webseiten) abgeschlossen werden können und von der Art und Weise des Kaufprozesses her eher dem heutigen Kauf bei Amazon & Co ähneln.

Die Kurzzeitversicherung ist hierfür ein ideales Einfallstor und schafft, verbunden mit dem passenden Produkt – welches die konkrete Bedarfssituation des Kunden vernünftig darstellt – ein ideales Kundenbindungsinstrument und Frequenzbringer mit dem Kunden. Auch ermöglicht es in idealer Form mehr über den Kunden und seine alltäglichen Sorgen zu lernen, was in der Zukunft immens wichtig werden wird, um Ihm ein immer besseres Angebot zu machen, gerade und insbesondere auch im Bereich der länger laufenden Versicherungslösungen.

VWheute: Wo sehen Sie die gesamte Branche in 5 Jahren (Welche Policen und mit welcher Hardware schließt dann ein durchschnittlicher Verbraucher situative ab)?

Lennart Magnus Wulff: In fünf Jahren wird der Kunde sich einen Teil seines Versicherungsschutzes ad-hoc bzw. situativ organisieren. Grundlage hierfür sind die bereits vorhandenen Versicherungen bzw. Policen die allerdings dramatisch umverpackt und gebündelt werden. Der Vertrieb erfolgt durch entsprechende Hinweis an den Kunden bzw. Interessenten im jeweiligen Risikomoment, verbunden mit einem konkreten Lösungsvorschlag aus dem Versicherungsumfeld (situative Versicherung).

Die hierzu notwendige Hardware (als Impulsgeber) wird im Rahmen der Hinweise das Smartphone und oder auch Wearable Devices sein, sowie auch verschiedene andere Formen z.B. Digital Billoards (digitale Plakatwände) und Virtual Reality Brillen ( zB Google Glas), die dem Kunden am entsprechenden Ort (Bsp. Nürburgring, hier macht der Hinweis auf den RacerCover durchaus Sinn) und bei entsprechender Präferenz (analysiert auf Basis seines Surfverhaltes und Social-Profils) den passenden Hinweis für ein attraktives Produkt in dem entsprechenden Moment einblenden werden.

Weitere Trigger für situative Versicherungsansätze werden sämtliche Gerätschaften sein, die im Rahmen des Internet of Things vernetzt werden, zB Smart Home Technologie wie Nest und Tado die mir den Hinweis auf Versicherungsschutz (zB Hausrat Top-Up f. den Urlaub) geben, sobald ich das Haus verlasse oder sich das Wetter (DachlawinenSchutz / SlipandFallSchutz bei Schneefall) verändert. Impulse und einhergehende Lösungsvorschläge in der Form des passenden situativen Produktes kommen nicht (nur) von einer Quelle, zB AppSichern App sondern auch von unzähligen Partnern, die situative Versicherungen als sinnvollen digitalen Content an Ihre Nutzer ausspielen und in deren Technik einweben, um im richtigen Moment Impulse setzen zu können.

Link: Kurzzeitversicherungen über AppSichern

Bild: Lennart Magnus Wulff, Geschäftsführer des Düsseldorfer Startups SituatiVe GmbH. (Quelle: SituatiVe)

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