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“Kein Mensch mag Komplexität”

19.11.2015 – Keck_CommunityLife“Risikolebensversicherung ist keine Raketenwissenschaft”, weiß auch Stefan Keck, Managing Director von Community Life. Man habe aber die Wertschöpfungskette zusammen mit einer Swiss Re-Tochter für das Produkt neu aufgeteilt und so ein neues Produkt für die Onlinewelt schaffen können. Die Details erklärt er im Exklusivinterview mit VWheute.

VWheute: Risikolebensversicherung online ist tatsächlich keine Raketenwissenschaft. Wie heben Sie sich da gegenüber der ebenfalls online gut aufgestellten Konkurrenz ab?

Stefan Keck: Wir haben unsere Produkte gemeinsam mit dem Risikoträger neu geschrieben. Hierbei war es uns sehr wichtig, dass sie werthaltig und verständlich für den Käufer sind. Unsere Käufer sind in der Regel Versicherungslaien. Somit macht es unserer Meinung nach keinen Sinn, Basisprodukte anzubieten, die zuerst durch hinzuklicken von Optionen zu hochwertigen Produkten werden. Wir meinen, dass beispielsweise eine umfangreiche Nachversicherungsgarantie, sowie auch eine Risikoerhöhung, durch einen Berufswechsel etwa während der Laufzeit, beitragsfrei mitversichert sein müssen. Auch bieten wir unsere Produkte mit einem Festpreis an.

Das gibt dem Kunden während der gesamten Vertragslaufzeit Planungssicherheit. Unsere Bedingungen sind verständlich geschrieben. Wir haben fast alle Sätze auf maximal fünfzehn Worte begrenzt. Denn kein Mensch mag Komplexität. Und ganz wichtig: Der Kunde erhält in den meisten Fällen im Anschluss an die automatisierte Risikoprüfung seinen persönlichen Preis. Zuerst danach muss er sich entscheiden, ob er den Antrag durch seine Registrierung weiter bearbeiten und fertigstellen möchte. Das bedeutet, dass der Kunde bis vor seiner Registrierung völlig anonym ist. Sollte ihm sein persönlicher Preis nicht zusagen und er beendet den Antragsprozess, dann ist es so, als hätte es ihn im System nie gegeben. Dies ist in der Branche unüblich, da selbst eine Risikovoranfrage bei einem Versicherer in der Regel nur mit den persönlichen Daten des Kunden vorgenommen wird. Wir haben also das Problem an der Wurzel gepackt: Unsere Produkte wurden für die Onlinewelt neu entwickelt. Verständlichkeit und Vollständigkeit stehen im Vordergrund.

VWheute: Das neue Frontend der Versicherer gehört nicht mehr zur Versicherung, oder?

Stefan Keck: Unsere Produkte sind White-Label Produkte. Diese haben wir gemeinsam mit dem Erstversicherer IptiQ Life entwickelt. IptiQ ist eine hundertprozentige Tochter der Swiss Re. Community Life ist Mehrfachvermittler und TPA Provider für den Risikoträger. Wir haben mit dem Versicherer die Wertschöpfungskette neu aufgeteilt. Der Versicherer trägt die versicherungstechnischen Risiken und ist mit seinen aufsichtsrechtlichen Aufgaben betraut. Die Produkte haben wir gemeinsam entwickelt. Wir managen die gesamte Kundenverbindung und haben dafür ein komplettes Versicherungsverwaltungssystem gebaut


VWheute: Die tatsächliche Herausforderung wären doch aufwendigere Produkte wie individuelle Kapitallebensversicherungen per Klick zusammenstellbar zu machen. Inwiefern sehen Sie hier Potenzial für Direktversicherer?

Stefan Keck: Eine Kapital-Lebensversicherung wäre keine größere, sondern eine andere Herausforderung. Für ein solches Produkt benötigt man keine Risikoprüfung. Das vereinfacht den Online-Kaufprozess um Einiges. Was die Transparenz betrifft, so gilt beim Sparen dasselbe wie auch bei der Risikoabsicherung: Vereinfachung. Man muss weg von komplizierter Sprache und komplexen Optionen. Der Mensch muss schnell erkennen können, ob das Angebot eine für ihn passende Mischung aus Chance und Sicherheit darstellt. Das Potenzial, Menschen auf diesem Weg online zu erreichen, ist auf jeden Fall vorhanden.

VWheute: Sparkassen-Präsident Fahrenschon fordert ein Ende des regulatorischen Welpenschutzes für Fintechs. Was sagen Sie dazu?

Stefan Keck: Das betrifft uns nicht, da wir keinen regulatorischen “Welpenschutz” benötigen. Im Gegenteil: Wir sehen die Regulierung nicht als Feind, sondern als eine Sammlung von Anforderungen, die man sowieso schon erfüllt, wenn man den Kunden konsequent in den Mittelpunkt stellt.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Stefan Keck, Managing Director von Community Life, spricht heute beim Assekuranzforum des PresseClub München. (Quelle: Community Life)

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