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Kein Kunde versteht Begriffe wie Erlebensfallbezugsrecht

16.11.2016 – Viktor Becher - Quelle GetsuranceKompliziert und zu lang. So lautet das Testfazit von Getsurance zu den Anträgen auf BU und Risikoleben. Gründer Viktor Becher erklärt im VWheute-Interview, wie man Kürzungen vornimmt ohne die Rechtssicherheit zu gefährden: “Die Allianz wiest in ihrem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung an vier verschiedenen Stellen auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hin. Das ist unnötig.” Einmal an einer prominenter Stelle reiche aus.

Beim Vergleichstest des Versicherungsportals Getsurance wurden 14 Antragsformulare auf Berufsunfähigkeitsversicherung und zehn Anträge auf Risikolebensversicherung untersucht. Testsieger sind die Hannoversche und Gothaer. Bei ihnen betrug die Ausfülldauer 14 Minuten, bei den restlichen Anbietern zwischen 20 und 30 Minuten. “Das ist unzumutbar für den Kunden”, sagt Getsurance-Gründer Viktor Becher.

VWheute: Zu lang und kompliziert formuliert, lautet Ihr Urteil. Das sind auch die AGBs vieler Dienstleistungen. Verliert man nicht an Rechtssicherheit, wenn man die Anträge kürzt?

Viktor Becher: Viele Kürzungen lassen sich durchführen, ohne die Rechtssicherheit zu gefährden. Zum Beispiel weist die Allianz in ihrem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung an vier verschiedenen Stellen auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hin. Das ist unnötig. Stattdessen sollte einmal an prominenter Stelle darauf hingewiesen werden. Hier liegt das grundsätzliche Problem: Die meisten Anträge sind schlecht strukturiert. Um die Formulare zu verschlanken, müssen sich die Versicherer fragen: In welcher Reihenfolge bieten wir dem Kunden Informationen dar bzw. fragen sie ab, sodass er den Überblick behält? Diese Frage ist bei den meisten Versicherern leider nie gestellt worden – davon zeugen ihre unnötig komplizierten Antragsformulare.

VWheute: Was sind Ihre Empfehlungen an die Versicherer?

Viktor Becher: Wir empfehlen, die Antragsformulare so kurz wie möglich zu halten. Einige Versicherer kommen bereits mit fünf bis sechs auszufüllenden Seiten aus, es müssen also keine zwölf oder gar 14 Seiten sein. Auch in Sachen Verständlichkeit müssen Versicherer ihren Kunden einen großen Schritt entgegen kommen. Mit Begriffen wie “Erlebensfallbezugsrecht” oder “politisch exponierte Person” kann kaum ein Kunde etwas anfangen. Diese Fachwörter sollten umformuliert, erklärt oder gar nicht erst verwendet werden. Die optische Gestaltung der meisten Antragsformulare blieb leider auch hinter den Erwartungen zurück. Durch sehr kleine Schrift und eng geschriebenen Text verliert der Antragsteller schnell den Überblick – auch hier gibt es einiges zu verbessern.

Die dringend nötige Digitalisierung bietet den Versicherern ganze neue Möglichkeiten, die Verständlichkeit ihrer Produkte zu verbessern. Antragsformulare kann man dem Kunden digital, in ansprechender Form und mit elektronischer Unterschrift zur Verfügung stellen. Mit Schiebereglern oder Popup-Fenstern kann man komplexe Sachverhalte viel einfacher erklären als auf einem Papierformular.

VWheute: Können komplizierte Produkte wie die Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt online verkauft werden? Oder werden sich die Kunden immer online “nur” informieren und den Abschluss mit einem Berater vor Ort tätigen?

Viktor Becher: Komplexe Produkte können auf jeden Fall online verkauft werden. Voraussetzung dafür ist eine digitale Beratung auf höchstem fachlichen Niveau, die wir bei Getsurance entwickeln. Vor allem junge Kunden wollen verstehen, was sie abschließen. Ein Berater muss ihr Vertrauen erst verdienen, indem er ihnen verständliche Erklärungen und nachvollziehbare Empfehlungen gibt. Wenn eine digitale Beratung das leistet, sind junge Kunden mehr als froh, ihre Versicherungen online abzuschließen. Den Beweis dafür erbringen wir mit Getsurance.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur David Gorr.

Bild: Viktor Becher, Gründer des Versicherungsportals Getsurance (Quelle: Getsurance)

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