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Nahles-Rente löst das bAV-Problem nicht

17.09.2015 – JenssenDer Anteil der Firmen in der Privatwirtschaft mit bis zu neun Arbeitnehmern mit betrieblicher Altersversorgung ist nicht besonders ausgeprägt, stellt VDVM-Chef Hans-Georg Jenssen. Zwei Drittel der Arbeitnehmer zeigen bereits mangelndes Interesse, hinzu kommt die Abwehrhaltung der Betriebe aufgrund zu hoher Kosten.

Insgesamt besteht in der Betrieblichen Altersversorgung deutlich Nachholbedarf, sagte Hans-Georg Jenssen gestern auf dem Norddeutschen Versicherungstag in Hamburg. 30 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stehen nur rund 20 Mio. bAV-Anwartschaften gegen.

Der geplanten „Nahles-Rente“, die ein Sozialpartnerschaftsmodell beinhaltet, steht Jenssen skeptisch gegenüber. Er bemängelt, dass bei den bisherigen Beratungen Versicherer und Interessenverbände der Vertriebe außen vorgelassen wurden. Der Vertreter des VDVM kritisierte, dass ein weiterer Durchführungsweg die bAV nur noch komplexer mache. Außerdem befürchtet er eine Umdeckungswelle mit Nachteilen für die Mitarbeiter. Zudem ändere auch das neue Modell nichts an der mangelnden Bereitschaft von Geringverdienern für eine bAV.

Um aber die Wertigkeit der bAV deutlich zu erhöhen, fordert Jenssen eine Aufwertung des Rechtsanspruchs, und eine maximale Anrechnung von 50 Prozent auf die Grundsicherung. Einhergehen müsste eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Harmonisierung ebenso wie eine Stärkung der Durchsetzungsrechte des einzelnen Arbeitnehmers. Jenssen verweist auf die EU, die mit PEPP („Pan European Personal Pension“) eine europäische Privatrente plane, die eine Portabilität innerhalb Europas bietet und eine regelmäßige Information über den Netto-Ertrag. Der Vertrieb dieses Produktes solle hauptsächlich über das Internet erfolgen (siehe DOSSIER)

Jenssen sieht generell für die Altersvorsorge einen hohen Beratungsbedarf, der nur durch einen “Lebenssicherheitsberater” gewährleistet werden kann. Der Berater der Zukunft müsse eine „Art Architekt eines Prophylaxe-Konzepts“ werden und habe eine „Hausarztfunktion für die wirtschaftliche Besicherung über den Lebenszyklus mit seinen unterschiedlichen und individuellen Anforderungen“. (wo)

Bild: Hans-Georg Jenssen, Geschäftsführender Vorstand des VDVM. (Quelle: VDVM)

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