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Honorarberatung braucht klare Transparenzregeln

16.06.2015 – stuttgarter_Guido_BaderDie VDH GmbH Verbund Deutscher Honorarberater präsentierte auf der Sommerkonferenz in Hamburg mit der Stuttgarter Lebensversicherung und der Ideal Versicherung zwei ihrer jüngsten Kooperationspartner. Mit der Standard Life wurde die Zusammenarbeit ausgebaut. Das Vorstandsmitglied der Stuttgarter, Guido Bader, unterstrich, dass die Honorarberatung auch für sein Unternehmen an Bedeutung gewinne.

Er erläuterte, dass beim Vergleich der Effektivkosten einer klassischen Rentenversicherung diese bei einem Nettotarif bei 0,35 Prozent liegen würden, gegenüber 0,87 Prozent bei provisionsbasierten Tarifen. Sein Unternehmen habe sich bei der neuen Vergütungsform bisher bewusst zurückgehalten. “Auch im Bereich der Honorarberatung sind schwarze Schafe unterwegs, die letztlich verkappte Provisionsberatungen betreiben unter Umgehung der Stornohaftung”. Bader versicherte daher, dass die Stuttgarter “nur für lupenreine Honorarberater” die entsprechenden Tarife freigebe.

“Wir scheuen uns auch nicht, einen Vertrag zu kündigen, wenn Missbrauch betrieben werde. “Noch immer bieten viel zu wenige Versicherer Honorartarife an, bemängelte Marc Ortmann, Geschäftsführer des ITA Institut für Transparenz. Bei einer Umfrage im letzten Jahr hätten von 68 angeschriebenen Gesellschaften lediglich 15 geantwortet. Ortmann sieht sich als Befürworter von Honorartarifen und plädiert für ein faires Nebeneinander mit anderen Vergütungssystemen.

“Letztlich muss der Kunde selbst entscheiden, was er haben möchte”. Dafür braucht der Markt allerdings klare Transparenzregeln”. Er kritisierte, dass es von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlichste Ergebnisse bei den Kostenberechnungen gebe, die für den Kunden nur schwer durchschaubar seien. Der müsste aber verstehen, was er kauft.

Der Experte erwartet daher vom Gesetzgeber die Festlegung einheitlicher Standards. Außerdem müsste endlich auch das Provisionsabgabeverbot gekippt werden. Der Geschäftsführer des VDH, Dieter Rauch, betonte, dass sich viele Gesellschaften mit Rücksicht auf ihre Vertriebe gar nicht mit dem Thema Honorarberatung beschäftigten. Allerdings sei auch Vieles “haarsträubend”, was da überhaupt angeboten werde.

Der im Jahr 2000 gegründete VDH bezeichnet sich selbst als der führende Infrastrukturanbieter für die Honorarberatung in Deutschland. Er versteht sich als Sprachrohr für die Mehrheit der echten Honorarberater. Zu den angeschlossenen Partnerunternehmen zählen Versicherungs-Gesellschaften, Volks-/Raiffeisen- und Privatbanken, Vermögensverwalter, Certified Financial Planner und freie Berater. (wo)

Bild: Guido Bader (Quelle: Stuttgarter)

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