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Großes Potenzial für Cyber-Policen im Mittelstand – Aufklärung notwendig

08.08.2014 – Computer Password SecurityIm Rahmen einer onlinegestützten Befragung von 400 mittelständischen Unternehmen hat die Funk Gruppe nicht nur die Wahrnehmung von sogenannten Cyber Risiken im Mittelstand hinterfragt, sondern auch die Bereitschaft zur Versicherung dieses Risikos beleuchtet. Mit zum Teil bedenklichen Ergebnissen, was die Sorglosigkeit im Mittelstand betrifft.

Einen gezielten kriminellen Angriff auf das eigene Unternehmen sehen nur etwa 30 Prozent der Unternehmen als Bedrohung. Das Thema Wirtschaftsspionage stufen dagegen rund 60 Prozent der Unternehmen als „mittleres“ Risiko ein. Die wesentlichen Schadenpotenziale werden im möglichen Missbrauch von Kundendaten sowie in der Verletzung von Betriebsgeheimnissen Dritter aber auch in einer Betriebsunterbrechung aufgrund Ausfalls wesentlicher Elemente der Unternehmens IT gesehen. Ebenso von Bedeutung erscheint der durch ein Cyberrisiko entstehende Reputationsschaden für die Unternehmen in der Öffentlichkeit.

Hendrik Löffler, Geschäftsführer der auf Risikomanagement spezialisierten Beratungsgesellschaft Funk RMCE hält die Ergebnisse der Befragung für besorgniserregend: „Dass sich die Geschäftsführung von Unternehmen hier nicht in der Verantwortung sieht, führt im Zweifelsfall zu einer persönlichen Inanspruchnahme des Managements aufgrund von Organisationsverschulden. In Zeiten von zunehmender Vernetzung von digitaler und analoger Wertschöpfung lässt sich das Cyberrisiko nicht mehr an die IT Abteilung delegieren sondern ist Chefsache.“

Präventive organisatorische Maßnahmen zur Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit möglicher Schäden haben bei der Risikosteuerung für die Unternehmen heute oberste Priorität. Zur Absicherung des verbleibenden Restrisikos spielen üblicherweise Versicherungen eine bedeutende Rolle. Anders bei den Cyber Risiken: Nicht einmal zehn Prozent der befragten Unternehmen halten Versicherungslösungen in der heute verfügbaren Form für geeignet. Lediglich fünf Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie bereits adäquaten Versicherungsschutz gegen Cyberrisiken vorhalten. Den Abschluss einer eigenständigen Cyberversicherung planen zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich drei Prozent der Unternehmen; 30 Prozent haben sich hierzu noch keine abschließenden Gedanken gemacht und 40 Prozent der Unternehmen schließen eine solche Versicherung zum gegenwärtigen Zeitpunkt für sich aus.

„Die aktuell am Markt angebotenen Versicherungslösungen gehen oft noch am tatsächlichen Bedarf der Unternehmen vorbei und sind bei überschaubaren Limits oftmals sehr teuer“, so Thomas Harder, Mitglied der Geschäftsleitung von Funk zu den Gründen für das verhaltene Interesse. Die Umfrage zeigt, dass lediglich ein Prozent der befragten Unternehmen grundsätzlich bereit sind, für eine eigenständige Cyberversicherung mit adäquatem Deckungsumfang mehr als 30.000,- Euro Jahresprämie zu bezahlen. In diesem Zusammenhang stellt Harder eine große Diskrepanz zwischen Versicherungsanbietern und Versicherungseinkäufern in der Praxis fest und sieht die Makler gefordert, an einer Weiterentwicklung der heutigen Konzepte zu arbeiten.

Lars Heitmann, Leiter des Bereichs Professional Risk (PRI) bei Funk, verhandelt aktuell mit führenden deutschen und internationalen Versicherungsgesellschaften über adäquate Versicherungslösungen für interessierte Unternehmen und betont: „Aufgrund der Heterogenität von Cyber Risiken, die je nach Branche und Unternehmen ganz unterschiedliche Dimensionen und Ausprägungen haben, muss jede Versicherung individuell gestaltet werden. Lösungen von der Stange kommen im besten Fall für kleingewerbliche Risiken in Frage“.

Bild: Der Griff nach den Daten birgt extreme Risiken, die abgedeckt gehören. (Quelle: Hiscox)

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