Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Gefahren für das Kollektiv und Chancen für das Individuum

13.03.2015 – IT_Shutterstock2“Maßgeschneiderte Versicherungsprodukte und immer kleinteiligere Tarifierungsmerkmale, die den Kunden möglichst exakt nach seinem individuellen Risikoprofil abbilden, laufen dem Versicherungsgedanken tendenziell zuwider”, sagt Bafin-Chef Felix Hufeld. Ihm widerspricht Aktuar Jochen Russ: “Das Versicherungsprinzip – also der Risikoausgleich im Kollektiv – funktioniert auch bei einer immer größeren Anzahl von immer kleineren Gruppen”.

“Voraussetzung dafür ist nur, dass der Versicherer genügend Daten hat, um für jede Gruppe die angemessene Prämie zu bestimmen. Die Versicherung bietet dann jedem Versicherten Schutz gegen eine zufällige Abweichung vom Durchschnittswert seiner Gruppe”, sagt Jochen Russ Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften.

Im Pro&Contra der aktuellen Ausgabe der GDV-Positionen plädiert Felix Hufeld gegen die schöne neue Versichererwelt mit kontextbezogenen Policen: “Durch sie wird das Kollektiv technisch verkleinert und damit geschwächt. Außerdem erhöhen sie die Komplexität der Produkte und konterkarieren das Bedürfnis nach einem möglichst verständlichen, unkomplizierten Versicherungsschutz.”

Entscheidend für Hufeld ist, die richtige Balance zu finden und darauf zu achten, “dass Anreizsystem und Risikoselektion den Grundgedanken von Versicherung nicht aushöhlen oder beschädigen.”

Russ entgegnet hier vehement: “Ist Umverteilung wirklich die Aufgabe der privaten Versicherungswirtschaft – oder nicht eher des Sozialstaats?” (vwh/ku)

Bildquelle: Shutterstock

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Abo | Shop | Magazin | Verlag | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten