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GDV-Kodex: Große Unterschiede bei Umsetzung

24.09.2014 – Beratung_Rainer Sturm_pixelioDie deutschen Versicherer setzen den Ethikvertriebs-Kodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sehr unterschiedlich um. „Rund 40 bis 50 Prozent der Unternehmen, die dem Kodex beigetreten sind, liegen bei ihren Anforderungen auf dem Level 1 “, sagte Michael Winzer, Direktor Risk Insurance bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

KPMG, erläuterte er auf der 6. Vertriebskonferenz „Aktuelle Fragen des Versicherungsvertriebs“, die das Institut für Versicherungswissenschaft der Universität Leipzig auch heute in Köln veranstaltet, hat verschiedene Maßnahmen entwickelt, mit denen sie die Unternehmen bei der Umsetzung des Kodex, der aus 11 Leitsätzen aufgebaut ist, unterstützen. Ziel der Unterstützung ist in erster Linie die Herstellung der Prüfungsreife, so dass die Unternehmen die vom Kodex geforderte Prüfung ablegen können.

Eine der unterstützenden Maßnahmen ist eine Skala, die das jeweilige Unternehmen bei der leitsatzspezifischen Positionierung bzw. beim Anspruchsniveau unterstützen soll. Auf dieser Skala sind drei Qualitätsansprüche definiert, wobei Level 1 in etwa einem Anspruch gemäß dem rechtlichen und regulatorischen Mindeststandard entspricht. Bei einer Positionierung im Level 3 realisieren die Unternehmen für sich einen weit darüber hinaus gehenden hohen Anspruch bei der Umsetzung.

Zudem beschäftig sich die Assekuranz ganzheitlich mit Verbraucherschutz. „Es gibt ein spürbares Bemühen bei einigen Unternehmen einen hohen Standard zu erreichen, allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern gravierend“, sagte Winzer.

Wie groß die Unterschiede sind, machte Winzer u.a. am Beispiel der sogenannten Umdeckung von Versicherungsverträgen deutlich. Dabei werden bestehende Policen zugunsten neuer gekündigt. So würden Assekuranzen, die den Kodex lediglich auf Level 1 umsetzen würden, das Thema nur ganz kurz ansprechen. Versicherer auf Level 3 würden hingegen ihren Vertriebsprozess so aufbauen, dass Vermittler eine Umdeckung stets dokumentieren müssen.

Gleichzeitig gilt es, dem Kunden die Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Diese Beratung müsse der Kunden dann separat unterschreiben. Winzer rechnete damit, dass Verbraucherschützer die großen Qualitätsunterschiede bei der Angemessenheitsprüfung medienwirksam ausschlachten. Die Angemessenheitsprüfung wird von Wirtschaftsprüfern testiert und auf der Homepage des GDV veröffentlicht. Winzer schätzt, dass noch in diesem Jahr erste Testate zur Angemessenheitsprüfung veröffentlicht werden. Das Gros der Branche würde derzeit lediglich ein Testat für die Angemessenheitsprüfung anstreben.

Eine Reihe von Versicherern müssen die Prüfergebnisse bis zum 30. April 2015 veröffentlichen. Nach Erkenntnis von Winzer werden alle veröffentlichten Prüfungen das Ergebnis einer Angemessenheitsprüfung sein, einige wenige Unternehmen denken aktuell über eine anschließende Wirksamkeitsprüfung nach. Bei der Wirksamkeitsprüfung kontrollieren die Wirtschaftsprüfer stichpunktartig, ob die implementierten der Ethik-Vorschriften tatsächlich eingehalten werden. Solche Versicherer seien dem Rest der Branchen Lichtjahre voraus. Je nach Umfang beginnen die Kosten für eine Angemessenheitsprüfung bei ca. 30.000 bis 50.0000 Euro. (usk)

Weitere Themen bei der Vertriebskonferenz sind die Wachstumszwänge von Industriemaklern (siehe DOSSIER) sowie die Digitalisierung (siehe VORSCHAU).

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio

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