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Finanzvermittler zu Schadensersatz verurteilt

15.06.2015 – justizia_thorben_wengert_pixelio.deDas Landgericht Lübeck hat einen freien Finanzberater wegen fehlerhafter Anlageberatung zur Zahlung eines Schadensersatzes von rund 236.000 Euro verurteilt (Az.: 10 O 25/14). So hatte der Vermittler zwar stets beteuert, seinem Kunden einen umfassenden Verkaufsprospekt überreicht zu haben.

Allerdings kamen die Richter zu dem Schluss, dass er im Verkaufsgespräch dann ein anderes Bild von der Kapitalanlage gezeichnet habe. Durch die Beratung seien somit die Hinweise im Prospekt nach Ansicht der Kammer entwertet worden. Zudem seien die vom Vermittler getroffenen Aussagen über die Chancen und Risiken nicht zutreffend gewesen.

“Selbst wenn dem Anleger ein Verkaufsprospekt rechtzeitig ausgehändigt worden wäre und der Verkaufsprospekt Chancen und Risiken der Anlage hinreichend verdeutlicht, sind diese Umstände kein Freibrief für einen Anlageberater, Risiken abweichend hiervon darzustellen und dem Anleger so zu vermitteln, dass die Ausführungen des Prospektes nicht ernst zu nehmen sind”, sagt Andreas M. Lang, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding+Barth.

Zudem sei “ein Anleger nicht gehalten, durch ein Studium des vollständigen Verkaufsprospekts die Angaben eines Anlageberaters auf seine Richtigkeit zu überprüfen”, ergänzte der Fachanwalt für Kapitalrecht. (vwh/td)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

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