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Download-Zahlen bei Knip um 90 Prozent eingebrochen

15.08.2016 – dennis_just_knipDas nach eigenen Angaben größte Insurtech im deutschsprachigen Raum erlebt einen Personal-Exodus. Man steigere gerade die “Effizienz und Automatisierung”, darum brauche Knip “immer weniger Manpower”, um die Kunden “exzellent zu beraten”, erklärt der Online-Makler gegenüber der Handelszeitung. Für die um bis zu 90 Prozent eingebrochenen Download-Zahlen der Knip-App in der Schweiz und Deutschland hat das Züricher Insurtech ebenfalls eine Erklärung.

Über die Knip-App können User ihre Versicherungen hochladen, die von dem Fintech dann zu einem “digitalen Versicherungsordner” zusammengestellt werden. “Auf den ersten Blick ist dieser Service kostenlos – tatsächlich zielt er aber darauf ab, dass der Kunde das Fintech zu seinem Makler macht. Damit fließen die Bestandsprovisionen der Versicherer an Knip”, schreibt die Handelszeitung. Für Schlagzeilen sorgt Knip derzeit, weil es eine “Pokémon Go-Versicherung” anbietet, die weniger als eine vollwertige Unfallversicherung zu verstehen ist, sondern als Marketing-Gag, um junge Leute für Versicherungen zu sensibilisieren, berichtete VWheute.

Die schlechten Download-Zahlen der vergangenen Monate erklärt Knip wie folgt: Versicherungen würden “von September bis November verkauft” und Apps würden sich “am besten von Oktober bis März” vermarkten lassen.

Da der von Dennis Just und Christina Kehl gegründete Online-Makler von den Bestandsprovisionen abhängig ist, sind enge Beziehungen zur Assekuranzbranche überlebenswichtig. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Helsana AG, mit 1,9 Millionen Versicherten der größte Krankenversicherer der Schweiz,  seine Zusammenarbeit mit Knip beendete. Kunden hätten vermehrt Aufträge mit Knip nach kurzer Zeit wieder gekündigt, was wiederum mehr Aufwand für Helsana bedeutete. “Helsana war nicht der erste Versicherer, der uns gekündigt hat. Wirtschaftlich hat das für uns keine Folgen”, erklärte Dennis Just damals.

Insurtechs, im Jahr 2015 weltweit gefüttert mit 2,7 Mrd. US-Dollar Risikokapital, bringen laut einer Studie derzeit die Versicherungsriesen in arge Bedrängnis. Noch seien die Start-ups jedoch in Nischenbereichen unterwegs. Mit 13,2 Mio. Euro hat Clark kürzlich die zweitgrößte Finanzierungsrunde eines deutschen Versicherungs-Start-ups abgeschlossen. Der Online-Makler kommt laut Handelsblatt auf ein Prämienvolumen von etwa 30 Mio. Euro – und das nach einem Jahr auf dem Markt. Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. kann keine Blasenbildung erkennen. “Das deutsche Start-up-Ökosystem wächst, die Geschäftsmodelle tragen und die Start-ups wirtschaften sinnvoll und mit Bedacht mit ihren Investitionen. Die Insurtech-Szene ist ein zartes Pflänzchen, das in den nächsten Jahren heranwachsen wird und ähnlich wie Fintechs die etablierten Player auf diesem Markt herausfordern wird”, erklärt der Vorsitzender des Verbands Florian Nöll im VWheute-Interview.

Auch der i-finance-Geschäftsführer David Zahn stellt sich im Exklusiv-Kommentar dem Vorwurf, Insurtechs würden ihre eingesammelten Gelder zum Fenster rauswerfen. “Insurtechs bauen mal eben den besten Riester-Fondssparplan from the scratch oder evolutionieren den Annexvertrieb beim Onlineshopping. Im Gegensatz zu Traditionsversicherern haben Insurtechs eine messerscharfe Positionierung, die in einem Satz erklärt wird und auf eine Zielgruppe abzieht.” (dg)

Bild: Knip-Chef Dennis Just (Quelle: Knip)

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