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Dialog-Chef: Mogelpackung Pflege-Bahr

16.05.2014 – Dialog_BuchardiRüdiger R. Burchardi, Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherungs-AG in Augsburg, nutzte die Präsentation einer von seinem Haus neuerdings angebotenen Pflegerentenversicherung zu einem regelrechten Verriss der staatlich geförderten Pflegzusatzversicherung. Bei der eigenen Offerte stellte er insbesondere deren hohes Maß an Flexibilität heraus.

Von der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung, kurz „Bahr-Pflege“ genannt, hält der Chef der zur Generali-Gruppe gehörenden Dialog Lebensversicherungs-AG, Rüdiger R. Burchardi, schlicht gar nichts. Daran ließ er bei der Vorstellung der von seinem Haus neuerdings angeboten flexiblen Pflegerentenversicherung „SPR-care“ in München keinen Zweifel. Eigentlich handle es sich dabei um eine „Mogelpackung“, erklärte er unverblümt, weil die Prämien wegen des Kontrahierungszwangs für viele Kunden zwangsläufig viel zu teuer kalkuliert werden müssten und die Leistungen viel zu gering sind, um tatsächlich einen spürbaren Beitrag zur Verminderung der finanziellen Lücke beim Eintritt des Pflegefalls leisten zu können.

Andererseits räumte er jedoch auch unumwunden ein, dass die private Versicherungswirtschaft ebenfalls nicht in der Lage sei, das gesellschaftliche Problem vollständig zu lösen, das sich aus den finanziellen Folgen der stark wachsenden Zahl von Pflegefällen ergibt. Das von seinem eigenen Haus, das sich als Spezialversicherer für biometrische Risiken versteht, jetzt vorgestellte Produkt ist daher auch eher für eine abgegrenzte Zielgruppe konzipiert – nämlich „alle, die etwas zu verlieren haben“, wir Burchardi formulierte. Dies könnten beispielsweise Menschen sein, die sich im Laufe ihres Lebens eine Immobilie erarbeitet haben, eine Kapital-Lebensversicherung ausgezahlt bekommen oder andere Vermögenswerte angespart haben, die gemäß den rechtlichen Vorgaben im Pflegefall zur Finanzierung herangezogen werden müssen, wenn die eigene Rente nicht ausreicht.

Bei der Entwicklung eines Angebots für diese Zielgruppe, bei der wegen der im Vertrieb notwendigen guten Rating-Einstufung nach Burchardis Angaben von Anfang an die Rating-Agentur Morgen & Morgen eingebunden wurde, habe sich die Dialog klar für eine Lösung in Form einer Pflegerenten-Versicherung entschieden. Eine Pflegetagegeld-Versicherung kann man nach seinen Worten eigentlich schon deshalb „nicht guten Gewissens verkaufen“, weil sie keine Beitragsstabilität biete, nur eine lebenslange, aber keine abgekürzte Beitragszahlungs-Dauer möglich sei und sie auch sonst kaum Möglichkeiten zur Flexibilisierung erlaube. Im Sinne des „Lebensphasen-Modells“ und der Kunden habe die Dialog Lebensversicherung jedoch genau auf eine möglichst hohe Flexibilität ihres Produktangebots größten Wert gelegt. (rem)

Dialog-Chef Buchardi macht keinen Hehl daraus, dass er vom Pflege-Bahr nicht allzuviel hält. (Quelle: rem)

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