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Courtagen und Provisionen nach dem LVRG: “Kein Grund zur Freude”

15.12.2014 – Wirth_AfWDer Markt für Provisionen und Courtagen in der Lebensversicherung gerät in Bewegung. Nach der Stuttgarter und der Württembergischen überarbeiten laut Medienberichten offenbar nun auch der Volkswohl Bund und die Continentale ihre Provisionsbestimmungen. “Kein Grund zur Freude”, für die Vermittler sagt AfW-Chef Norman Wirth im VWheute-Kurzinterview.

“Ich gehe davon aus, dass das keine Gesellschaft gern macht, greift es doch in gewachsene Strukturen ein”, kommentiert Norman Wirth diverse Ankündigungen und Medienberichte, wonach die Abschlussprovision konsequent gesenkt werden soll und die restlichen Promille über bis zu acht Jahre gestreckt werden.

“Der Gesetzgeber hat aber nun einmal im LVRG die Absenkung des Höchstzillmersatzes beschlossen. Damit steht fest, dass ab 01. Januar 2015 der Höchstzillmersatz von Lebensversicherungen von 40 auf 25 Promille sinkt. Das wiederum bedeutet, dass die Versicherungsunternehmen in den ersten fünf Jahren Vertragslaufzeit die Abschlusskosten nur in Höhe von 25 Promille der Beitragssumme eines Vertrages bilanziell anrechnen können. Für die Vermittler ist das selbstverständlich kein Grund zur Freude, um es vorsichtig auszudrücken.”

VWheute: Wäre dies eine De-facto-Verlängerung der Stornohaftung und falls ja, wie bewerten Sie diese?

Wirth: Das ist ganz klar eine Verlängerung der Stornohaftung. Wie gesagt, überhaupt kein Grund zur Freude. Im Gegenteil. Stornohaftung ist an sich etwas, was ich sehr kritisch sehe. Denn die meisten Stornierungen z.B. im LV-Bereich entstehen aus einer Änderung der persönlichen Situationen der Kunden, auf die der Vermittler keinen Einfluss hat. Scheidung, Pflegefall, Arbeitsplatzverlust usw. Warum in solchen Fällen der Vermittler, der schon seine Arbeit getan hat, seinen Verdienst wieder zurückzahlen soll, erschließt sich mir nicht. Als Rechtsanwalt muss ich schließlich mein Honorar für die Erarbeitung eines Mietvertrages auch nicht zurückzahlen, nur weil der Mieter nach acht Monaten wieder auszieht.

Womit rechnen Sie noch von Seiten der Versicherer?

Wir werden die verschiedensten Varianten sehen – bis hin zum gleichzeitigen Absenken von Abschluss- und Bestandscourtage, wovon jetzt schon in einem Fall zu hören war. Ich mag zu einer Tendenz keine Prognose abgeben.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand / Recht des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW. (Quelle: AfW)

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