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BVK: “Weitere Regulierungen nicht zu verkraften”

26.03.2014 – michael-heinz-2-150Es geht um die “Konsolidierung des Geschäfts”, die Ausgestaltung von “Produktinnovationen, die neue Garantiekonzepte beinhalten und eine kluge vorausschauende Anlagepolitik.” Das sind mit Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute, die aktuellen Perspektiven der Versicherungswirtschaft.

Um weitere Perspektiven zu eröffnen, braucht es gerade für die Vermittler auch ein fundiertes Weiterbildungsprogramm: Beim gestrigen ostbayerischen Versicherungstag ging es Alfred Grandy, dem Vorsitzenden des Berufsbildungswerks der Versicherungswirtschaft Ostbayern, um die Initiative “gut beraten” – Bildungspunkte in der Weiterbildung für Versicherungsvermittler (siehe dazu DOSSIER).

Im Interview mit dem VWheute anlässlich seines Veranstaltungsbeitrags ging es Michael H. Heinz indes zum Versicherungsvermittler in turbulenten Zeiten.

VWheute: Der Einfluss von Politik und Gerichten ist so groß wie nie, Stichwort Regulierung. Sind die Vermittler die Opfer der Produktliberalisierung?

Michael H. Heinz: Wir sehen uns nicht als Opfer, sondern als Gestalter des Wandels in der Versicherungswirtschaft, obwohl einige Entwicklungen in den letzten Jahren für uns besorgniserregend sind, wie beispielsweise die Provisionsbegrenzung bei der Vermittlung von privaten Krankenversicherungen und die zunehmenden Regulierungswünsche auf EU-Ebene im Zuge der Novellierung der europäischen Vermittlerrichtlinie. Deshalb ist der BVK ständig in Kontakt mit den politischen Entscheidungsträgern, um ihnen die wichtige sozialpolitische Bedeutung unseres Berufsstands für die Absicherung weiter Bevölkerungskreise zu verdeutlichen.

VWheute: Was passiert, wenn die Provisionen in der Lebensversicherung gedeckelt werden?

Michael H. Heinz: Die Versicherungsvermittler sind an ihrer wirtschaftlichen Belastungsgrenze angekommen. Weitere Regulierungen kann der Berufsstand nicht verkraften, um noch auskömmlich wirtschaften zu können. Das weist auch die BVK-Studie „Betriebswirtschaftliche Konsequenzen eines Systemwechsels in der Vergütung von Versicherungsvermittlern“ nach, die zudem erhebliche negative Auswirkungen auf die Versorgung von Kunden mit privaten Altersvorsorgeprodukten und dem Schutz gegen Berufsunfähigkeit prognostiziert, falls die Politik hier weiter die Schrauben anzieht.

VWheute: Was wünschen Sie sich von der Politik?

Michael H. Heinz: Wir erwarten von der Politik, dass den Ankündigungen zur Förderung der Altersvorsorge und privaten Absicherung auch Taten folgen. Darüber hinaus fordern wir von der Politik Lösungsvorschläge gegen die langanhaltende Niedrigzinsphase, um die Versichertengemeinschaft der Lebensversicherungen zu stärken und die private Altersvorsorge generell weiter zu stärken. Weitere staatliche Eingriffe im Bereich der Vergütungsregelungen müssen unterbleiben und das Provisionsabgabeverbot muss gesetzlich verankert werden. Wir befürworten Transparenz, fordern aber weniger Bürokratie für mehr Verbraucherschutz durch Vereinfachung der Produktinformationsblätter sowie keine zwingende Offenlegung der Provisionen, die nichts mit der Qualität des Versicherungsschutzes zu tun hat.

Außerdem darf die Honorarberatung nicht weiter zu Lasten der Provisionsvermittlung präferiert werden. Oder es muss eine Wettbewerbsgleichheit mit der Provisionsvermittlung sichergestellt werden, so dass auch Versicherungsvermittler gegen Honorar ihre Kunden beraten dürfen.

Foto: BVK-Präsident Michael H. Heinz sieht die Vermittler an ihrer wirtschaftlichen Belastungsgrenze angekommen. (Quelle: BVK)

Link: Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft (Dossier, Tagesreport 26.03.2014)

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