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BVDH: Provisionsmodell geht am Bedarf vorbei

19.06.2014 – Der Berufsverband deutscher Honorarberater fordert ein endgültiges europaweites Provisionsverbot. Die Europäische Wertpapieraufsicht Esma ebne den Weg dazu. “Die Pläne der Esma sind sinnvoll, sie stärken die Verbraucherrechte und helfen Interessenkonflikte in der Beratung zu Finanzprodukten zu vermeiden”, sagt Karl Matthäus Schmidt, Vorsitzender des Vorstands des BVDH, in Berlin.

Die europäische Wertpapieraufsicht Esma (European Securities and Markets Association) will Provisionen nur noch erlauben, wenn sie nachweislich dem Wohl der Kunden dienen. Dies schlägt sie in ihrem aktuellen Papier zur Umsetzung der neuen Regeln für die Finanzbranche (Mifid II) vor, die die EU bereits beschlossen hat.

“Wir bestärken die Esma darin, den Weg für ein endgültiges Provisionsverbot zu ebnen”, sagt Schmidt. Deshalb würden die Aufseher derzeit auch von Banken und Sparkassen scharf kritisiert.

“Die provisionsgetriebenen Banken und Sparkassen wollen am herkömmlichen Geschäftsmodell festhalten. Hier zahlt nicht der zufriedene Kunde den Berater, wie es eigentlich normal wäre, sondern der Produktgeber zahlt denjenigen, der möglichst viele seiner Produkte verkauft – ungeachtet des Bedarfs des Kunden”, so Schmidt.

Gravierend seien vor allem die Auswirkungen auf den freien Vermittlermarkt. Dieter Rauch, stellvertretender Vorsitzender des BVDH: “Bisher hat noch keiner so richtig gemerkt, was die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie für die auf Provisionsbasis tätigen Vermittler in Deutschland bedeutet. Künftig darf sich nämlich nur ‘unabhängiger Berater’ nennen, wer keine Provisionen mehr annimmt.” Davon wären nach Angaben von Rauch 40 Prozent des Marktes der freien Makler und Finanzvertriebe betroffen.

In europäischen Staaten wie Großbritannien und den Niederlanden, in denen bereits Provisionsverbote gelten, seien die Erfahrungen entgegen anders lautenden Darstellungen sehr positiv. So habe die Qualität der Beratung deutlich zugenommen. Das erklärte Ziel der deutschen Politik sei schließlich, die Honorarberatung zu stärken, führt der Verbandschef weiter aus. (vwh)

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