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Burn-out erreicht die Versicherungsbranche

28.08.2014 – Burnout_Bernd Kasper_pixelioEin Versicherungsvermittler muss immer so auftreten, als sei er in Topform. Unter der Oberfläche kann es aber anders aussehen. Vor zehn Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass sich VDVM-Mitglieder mit dem Thema Burn-out auch nur beschäftigen – heute ist es ein zunehmendes Problem, gab Hans-Georg Jenssen, Geschäftsführer des VDVM, auf der Podiumsdiskussion zum Thema „Vertrieb und Erfolg – wo bleibt der Mensch?“ des 11. Norddeutschen Versicherungstags zu.

Gerade die Mitglieder mit kleinen Maklerunternehmen leiden nach seinen Beobachtungen unter erhöhtem Stress. Dies sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Anerkennung des Berufs in den letzten Jahren gesunken und es gleichzeitig schwieriger geworden ist, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Diese Mischung aus niedriger Akzeptanz und erhöhtem wirtschaftlichen Druck treibe treibe die Makler in die Stressfalle.

Das betrifft nicht nur die Makler, wie Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), deutlich machte. Die Mischung aus niedrigerem Einkommen angesichts der demografischen Entwicklung, negativen Berichten in der Presse und Druck von Seiten der Politik machten allen Vermittlern zu schaffen. Dies bekomme der BVK unmittelbar dergestalt zu spüren, dass die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, gesunken sei – viele Kollegen hätten ihm signalisiert: „Das schaffe ich nicht“.

Wenn ein Vermittler sich eingesteht, dass er von einem Burn-out bedroht ist, fangen die Probleme erst richtig an. Wie Heinz an einer eigenen Erfahrung erläuterte, sei es oft schwierig, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Ein normaler Hausarzt, selbst wenn man ihn schon lange kennt, sei fachlich und zeitlich damit meist überfordert, und nicht jeder findet gleich den Weg zu einem Spezialisten. Viele setzen deshalb auf ihre eigenen Fähigkeiten, sich selbst zu helfen, mit allen Risiken, die das mit sich bringt.

Sowohl die Verbände als auch die Unternehmen seien deshalb aufgerufen, stärker und sensibler auf Alarmsignale zu achten, war sich die Diskussionsrunde einig. Dabei kommt den Präventionsangeboten in den Unternehmen eine besonders wichtige Rolle zu – gerade in der heutigen Situation müssten Führungskräfte nicht nur fachlich führen können, sondern ihre Mitarbeiter als Menschen wahrnehmen und motivieren. Dazu gehöre auch, dass das Diensthandy in der Freizeit ausgeschaltet bleiben sollte. (sgk)

Bildquelle: Bernd Kasper/pixelio.de

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