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BU-Kunden trotz Krebserkrankung versichern

07.09.2016 – Karsten_WerksniesJede dritte Ablehnung von Leistungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt wegen Falschangaben beim Antrag. Versicherungsmakler Karsten Werksnies erklärt gegenüber dem Beratermagazin Value, wie er Menschen mit Vorerkrankungen versichert. Lapidare Vorerkrankungen wie Allergien können ein Hindernis sein. Dennoch haben auch Menschen mit abgeschlossener Krebsbehandlung in Einzelfällen Chancen, eine Police abzuschließen.

VWheute: Sind die Versicherer Nein-Sager?

Karsten Werksnies: Pauschal kann man die Versicherer eindeutig nicht als Nein-Sager verunglimpfen. Es gibt sicherlich negative Fälle, in denen Versicherer Leistungen herauszögern oder sogar unberechtigt verweigern. Jeder negative Einzelfall ist einer zu viel. Und wenn man der betroffene Kunde ist, dann ist der Ärger absolut nachvollziehbar. Aber: Die Regulierungspraxis der Berufsunfähigkeitsversicherer wurde durch Franke und Bornberg in einer umfassenden Studie untersucht. Je nach Berechnungsmethodik ergaben sich dabei Werte von rund 75 Prozent, bei denen die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wurde. Knapp ein Drittel der Ablehnungen resultiert aus Falschangaben bei der Antragstellung. Eine saubere Antragstellung der Gesundheitsangaben ist extrem wichtig.

VWheute: Hat die Bereitschaft, schwierige Risiken in der Berufsunfähigkeitsversicherung anzunehmen, wirklich abgenommen?

Karsten Werksnies: Gefühlt ja: Im Zusammenhang mit einem immer stärker gewordenen Preiskampf und der Aufsplitterung in viele Berufsgruppen bekommt man schon den Eindruck, dass die Versicherer bei der Antragsannahme schwerer Risiken in den letzten Jahren strenger geworden sind. Auf der anderen Seite können wir das statistisch nicht belegen.

VWheute: Auf welche zunächst lapidar erscheinenden Vorerkrankungen reagieren die Versicherer sensibel?

Karsten Werksnies: Leistungsausschlüsse kann es schon für Allergien, einmalige Rückenprobleme, vorübergehende Hauterkrankungen und viele weitere Kleinigkeiten geben. Vor einigen Wochen erhielten wir bei einer Risikovoranfrage sogar eine Ablehnung auf Grund einer eigentlich unspektakulären Hauterkrankung. Erst durch Nachverhandlungen konnten wir ein besseres Ergebnis für unseren Kunden erzielen.

VWheute: Bei welchen schwierig erscheinenden Vorerkrankungen ist es denn noch möglich, einen Kunden zu platzieren?

Karsten Werksnies: Es kommt immer auf den Einzelfall an. Wir haben beispielsweise Kunden mit einer abgeschlossenen Krebsbehandlung versichern können. Eine vor weniger als drei Jahren abgeschlossene psychotherapeutische Behandlung gilt häufig als K.o.-Kriterium. In Einzelfällen bestehen aber auch Chancen, dies zu versichern. Selbst Kunden mit Diabetes sind manchmal im Bereich der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzusichern. Insgesamt sind dies aber alles sehr problematische Fälle, bei denen man sich intensiv mit dem Kunden und den Versicherern auseinandersetzen muss.

Die Fragen stellte Value-Chefredakteur Christoph Baltzer.

Das vollständige Interview mit Karsten Werksnies lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Beratermagazins Value.

Bild: Versicherungsmakler Karsten Werksnies sucht BU-Lösungen für schwierige Kunden. (Quelle: Bergische Assekuranzmakler)

bestellen_vwhLesen Sie den vollständigen Bericht “Korrekt aufarbeiten” in der Value 04/2016 (zum Einzelbeitrag)

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