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Brüß: Müssen eher Schnellboot als Tanker sein

01.10.2014 – Bruess_DialogOliver Brüß (48) ist seit heute neuer Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherung AG, einem Unternehmen der Generali Deutschland. Er hat die Nachfolge von Rüdiger R. Burchardi angetreten, der in den Ruhestand getreten ist. Sein Ressort umfasst die Bereiche Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte führte mit Brüß zum Dienstantritt ein Exklusiv-Interview.

VWheute: Welche Herausforderungen der Zukunft stehen auf Ihrer Liste ganz oben?

Brüß: Wir erleben eine immer schnelllebigere Zeit der Veränderungen. Diese Dynamik verlangt von uns kurzfristige Reaktionen und Ergebnisse. Wir müssen eher Schnellboot als Tanker sein. Das betrifft die regulatorischen Maßnahmen ebenso wie das Einstellen auf verändertes Verhalten unserer Kunden, der Vertriebspartner, und das Kaufverhalten der Endkunden, vor allem der heranwachsenden Generation. Wir müssen uns auf die vielfältigen Marktanforderungen sowohl in Deutschland als auch in Österreich einstellen.

Was wird sich unter Ihrer Führung in der Dialog verändern?

Der 1.10. ist mein erster Tag als Vorstandssprecher, der 62. Tag im Unternehmen. Also haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich zu Ihrer Frage noch keine abschließende Antwort parat habe. Ich kann aber heute schon sagen, dass es keine Revolution, sondern eher eine Evolution geben wird. Die Positionierung der Dialog ist sehr gut. Wir wachsen weit über Markt. Wir sind gut unterwegs, das wollen wir weiterentwickeln. Ideen haben wir schon, und ich bin sicher, dass der Markt noch viel von uns hören wird.

Stichwort LVRG. Fluch oder Segen. Welche Auswirkungen erwarten Sie für Ihre Gesellschaft?

Aus meiner Vertriebssicht sehe ich die gesetzlichen Maßnahmen weder als das eine noch als das andere. Für uns stellt das LVRG kein großes Problem dar. Wir sind mit unseren Produkten stark spezialisiert und haben diese schon immer nicht über die Abschlusskosten positioniert. In der Risikolebensversicherung erhalten unsere Vertriebspartner laufende Courtagen, und unser Zillmerungsansatz liegt schon heute unterhalb der neuen gesetzlichen Vorgaben.

BU-Versicherungen sollen zum 1.1.2015 teurer werden. Auch bei der Dialog?

Auch wir kalkulieren unsere Produkte neu, weil sich u.a. der Rechnungszins zum 1. Januar 2015 verändert. Das wird bei gleichem Leistungsinhalt zu einer – allerdings nur geringen – Preiserhöhung führen. Wir müssen die Produkte jetzt so aufstellen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgewogen ist. Genaue Prozentwerte kann ich heute noch nicht nennen.

Die Dialog gehört zum Generali-Konzern Deutschland. Wie selbstständig können Sie am Markt agieren?

Unser Geschäftsmodell ist im Konzern einzigartig, das bietet uns gewisse unternehmerische Freiheiten. Wir haben daneben den großen Vorteil, als mittelständischer Versicherer bestimmte professionelle Funktionalitäten im Backoffice-Bereich des Konzerns zu nutzen, ohne dass davon unser Geschäftsmodell beeinträchtigt wird.

Fühlen Sie sich innerhalb der deutschen Generali-Gruppe mit einem italienischen Großaktionär manchmal wie das berühmte „Gallische Dorf“?

Bezogen auf den Konzern sage ich eindeutig nein. In Bezug auf den Versicherungsmarkt als Biometrie-Versicherer mit dem Fokus auf dieses Thema schon. Im Maklermarkt verstehen wir uns als etwas Besonderes: der Spezialist für biometrische Risiken.

Bildquelle: Dialog

Link: Dialog: Rüdiger R. Burchardi verabschiedet (Tagesreport, 26.09.2014)

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