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Branche steht vor gravierender Transformation

08.10.2015 – Digitale_Transformation_ pepsprog_pixelio.deDie Versicherungsbranche steht laut einer neuen Studie der Wirtschaftsberatung BearingPoint in den kommenden zehn Jahren vor einem gravierenden Transformationsprozess. Ausschlaggebende Treiber sind laut Analyse die Digitalisierung und daraus resultierende neue Geschäftsmodelle, der demografische Wandel und ein sich änderndes Kundenverhalten. Für zusätzlichen Kostendruck sorge zudem die anhaltende Kapitalmarktschwäche.

So verändert die Digitalisierung laut Studie das Geschäftsmodell der Versicherer auf allen Ebenen – angefangen von der IT über die internen Prozesse bis hin zur kompletten eher konservativ ausgerichteten Produktwelt. Dabei gehen die Experten von BearingPoint davon aus, dass die Versicherungsprodukte künftig stärker nach einem Baukasten- oder Plattformprinzip entwickelt werden müssen.

Daneben schaffe die Integration von anderen Dienstleistungen ganz neue Produktwelten mit erheblichen Wertschöpfungsketten, prognostizieren die Experten. So zeigten bereits heute die Vernetzung der Tarife und Dienstleistungen mit Biometrie-Armbändern, intelligente Autos und Häuser oder Services im Pflegebereich, wohin die Reise gehe, so die Wirtschaftsberater.

Auch der demografische Wandel wirke sich deutlich auf das Versicherungsgeschäft aus. So bedeute dieser kundenseitig ein verändertes Verhalten sowie eine signifikante Verschiebung von Zielgruppen und deren Ansprüchen – insbesondere an Produkte und vor allem Services, konstatiert BearingPoint. Auch auf Unternehmensseite führe die Demografie zu erheblichen Rekrutierungsproblemen – insbesondere im Vertrieb – und internen Schrumpfungen der Versicherer.

Unternehmen, die sich bereits planmäßig darauf einstellen und Produktportfolio, sowie ihren Vertrieb, ihr Kunden- und Mitarbeiterbetreuung neu organisieren, sind künftig auf dem Markt deutlich im Vorteil, so BearingPoint. Verschärft wird die Situation noch durch die zunehmende Überalterung der Vermittlerschaft. Entsprechenden Nachwuchs müsste man in der neuen Vertriebsgeneration Y rekrutieren, was allerdings mit einem nicht unwesentlichen Wertewandel einhergehen wird (siehe DOSSIER).

Das Ergebnis der Studie ist jedenfalls klar: Versicherer müssen mit den bisherigen Aktionsmustern brechen. Entscheidend sind eine frühzeitige Planung, die konsequente Neuausrichtung von Geschäftsmodellen sowie der vorhandenen Produktwelt und die effektive Nutzung der Digitalisierung. Erfolgsentscheidend seien demnach nicht die Größe der Versicherer, sondern die individuellen Handlungsfelder, so Stefan Giesecke, Executive Advisor bei BearingPoint.

“Große Häuser müssen ihre Größe jetzt wettbewerbsrelevant einsetzen und (auch) in Infrastruktur investieren, um Skaleneffekte und dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Kleine Häuser sollten ihre Beweglichkeit nutzen, die richtigen Nischen besetzen und (nur) dort wirklich gut sein – das ist zunehmend eine Existenzfrage”, fasst Giesecke die Studie zusammen. (vwh/td)

Link: Die Studie im Überblick

Bildquelle: pepsprog / pixelio.de

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