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Berufsstand des Versicherungsmaklers im Umbruch

08.05.2014 – VDVM-Symp1_Hans-Georg_Jenssen_kleinBedroht Independent Advice den Berufsstand des Versicherungsmaklers? Sind Courtage und Provision die sozialere Vergütungsform und wie bewerkstelligt es die Branche, die Verbraucher und den Verbraucherschutz von ihrer qualifizierten Arbeit zu überzeugen? Diese und viele andere Aspekte beleuchtete das VDVM-Symposium in Nürnberg.

“Wir sind in der Sippenhaft und kämpfen jeden Tag gegen eine negative Presse”, sagte Oliver Fellmann, Geschäftsführer der Münchner M.A.R.K. Versicherungsgesellschaft. Seine Kritik richtete sich bei einer Podiumsdiskussion gegen Holger R. Rohde. Der wissenschaftliche Leiter bei der Stiftung Warentest betonte dabei: “Wir haben sehr großen Respekt vor den Vermittlern und deren Arbeit, die sie leisten.” Er gab zu, “den Bereich der Makler” selbst noch nicht untersucht zu haben, nahm dies aber als Anregung dankend auf. In Richtung Verbraucherschützer sagte VDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen: “Die große Mehrzahl der Verbraucher ist nicht weise, das Thema von sich aus anzugehen – da mag mich nun der Verbraucherschutz pfählen.”

In der Honorarberaterfrage bezweifelte Jenssen, ob ein unbedarfter Versicherungsnehmer wirklich in der Lage sei, eine “faire Preisverhandlung zu führen”. Ob die Honorarberatung der Königsweg sei, darüber referierte unisonBrokers-COO Maximilian Teichler und fragte danach, ob Honorar als politische Alternative erstrebenswert sei. “Die Honorargestaltung kann dazu führen, dass man den Tätigkeitsbereich definiert.” Das mögliche Entfallen der Courtage werde als “realeres Bedrohungsszenario empfunden als die Veränderung des Weltklimas”. Der Grund: “Sinnvolle” Policen würden nicht mehr gekauft werden.

Ob Honorar oder Courtage oder eine Kombination aus beidem – dies stellt für Peter Wesselhoeft, Partner bei Gossler, Gobert und Wolters und VDVM-Präsident den Königsweg dar. “Man soll beide Vergütungsformen zulassen.” Dabei müssten aber Transparenzkriterien ergänzt werden.

Wesselhoeft sagte weiterhin: “Independent Advice hat sich bei Mifid durchgesetzt. Darüber sind wir unglücklich, denn die Unabhängigkeit eines Vermittlers kann ich nicht an seiner Vergütung festmachen.”

Nach Einschätzung von VDVM-Mann Jenssen bleiben die Grundlagen der Maklervergütung erhalten. Was aus Brüssel auf die Branche zukomme, machte Jenssen deutlich: “Soft Disclosure bei Komposit-Produkten und Hard Disclosure bei Lebensversicherungen mit Sparanteil bei Courtage. Damit kann man leben, weil die Abschlusskosten bereits heute in Euro und Cent ausgewiesen werden.”  (ih)

Bild: VDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen trifft auf aufmerksame Zuhörer beim VDVM Symposium in Nürnberg. (Quelle: Ilona Hörath)

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