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Bei den Vertriebskosten verfehlt das LVRG seine Ziele

18.07.2014 – Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) setzt Maklerpools und Strukturvertriebe unter Druck. Die Lebensversicherer werden tendenziell auf laufende Vergütung umstellen, glaubt Matthias Beenken. „Das ist für manche Vertriebsformen ein Problem, die auf eine Vorfinanzierung des Vertriebs angewiesen sind, und damit besonders für Strukturvertriebe und Pools“, sagt der Professor der Fachhochschule Dortmund in einem Interview mit Versicherungsvertrieb.

Nach der Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes werden Vermittler und Lebensversicherer scharf um die Provisionen feilschen. „Die Versicherer können nicht mehr so hohe Einmalkosten einkalkulieren“, sagt Beenken in der aktuellen Ausgabe von Versicherungsvertrieb. Wenn Lebensversicherer den Vertrieb nicht verärgern wollen, werden sie dafür die laufende Vergütung ausbauen, glaubt Beenken. Die Vertriebe wiederum weichen bereits auf Schadenversicherung und Baufinanzierung aus, um die Provisions-Einbußen in der Lebensversicherung zu kompensieren.

Beenken glaubt nicht, dass durch das Gesetz die Vertriebskosten sinken werden, wie das von der Regierung eigentlich angestrebt wird. „Das wird so gerade nicht erreicht“, kritisiert der FH-Professor. In der Krankenversicherung beispielsweise sinken die Abschlusskosten, aber das Neugeschäft umso stärker. Folge: „Das Neugeschäft wurde letztendlich teurer eingekauft.“

Generell werden die Kunden letztlich mehr bezahlen müssen, damit sich die weniger werdenden Vermittler überhaupt für sie interessieren. „Vermittler werden genauer überlegen, welche Kunden sich für sie lohnen und welche nicht mehr“, sagt Beenken. „Ich halte das für eine soziale Selektion, die in anderen Zusammenhängen heftig kritisiert und bekämpft wird.“ (ba)

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